Abweichler
10 Aug. 2009 Ein gerade publiziertes Enthüllungsbuch bringt es vermeintlich an den Tag: Die peinlichen Vorgänge um die schief gelaufene Wahl der SPD-Spitzenkandidatin Ypsilani soll eine gezielte Intrige gewesen sein. Sinn und Ziel soll es gewesen sein, den in einer vorangegangenen Wahl zum Vorsitz des Vorsitzes unterlegenen Widersacher Walter in das Amt des SPD-Chefs zu hieven.
Wie das funktionieren sollte, wo man dann doch Koch zum Sieg verhalf, bleibt schleierhaft.
Eine echte Lose-Lose-Situation, wenn es das geben sollte.
Nur ein Umstand ist es, der an dieser Meinung stört (über die Ungeheuerlichkeit des Vorgangs als solchem): Es ist immer von vier Abweichlern die Rede, die sich hier zu Königinnenmördern aufgeschwungen haben. Diese vier Fraktionsmitglieder der SPD in Hessen sollen konspirativ die Aktion in Hinterzimmern ausgeklügelt haben, nachdem sie persönlich die Leidtragende noch zum Handeln ermuntert haben sollen. Allerdings hat eine der Abweichler von vorneherein mit offenen Karten gespielt. Frau Metzger hat von Anfang an angekündigt, aus Gründen, die in ihrer Biographie zu suchen sind, nicht für eine Duldung durch die Partei die LINKE stimmen zu können.
Das ist legitim und angesichts des Gegenwindes auch konsequent und ehrenswert.
Weshalb dies eine Intrige gewesen sein soll, so es doch mit offenem Visier vorher klargemacht wurde, bleibt unklar.
Man muß auch anderer Meinung sein können, Abgeordnete dürfen schon von Gesetzes wegen eigene Ansichten vertreten. Wer dies nicht hintenherum macht, dem sollte man nachher keine Intrige nachsagen.
Diejenigen, die verdeckt gegen Frau Ypsilanti opponiert haben, können von sich nicht behaupten, redlich und ehrlich gehandelt zu haben.
Aber Frau Metzger sollte man davon ausdrücklich ausnehmen.