Was es auch immer ist, das an Schlechtem und Bösem in der Welt ist, es waren immer die Anderen. Man selbst hat nie Anteil an den Dingen, die die Welt verschlechtern. Man selbst will nur das Gute. Wenn es nur an einem selbst läge, wäre alles wunderbar. Aber die anderen haben was dagegen, wollen, daß die Welt sich nicht bessert. Und wenn man selbst könnte, aber nicht will, dann liegt das zumindest daran, daß einen die anderen daran gehindert haben, Gutes zu tun.
Anders kann ich mir das nicht erklären.

Wer gibt schon gerne zu: Ich bin schuld? 

Jeder nimmt vielleicht Anteil, aber niemand nimmt Anteil an Schuld auf sich, wenn auch andere daran schuld sein können. Die Schuld verschwimmt dann in einer Masse von anderen, der man zwar angehört, aber nicht als Teil der Schuldträger, sondern als Teil derjenigen, die die Ausnahme sind, die aber wegen aller anderen nichts bewirken können.
Ich bin so klein, mein Herz ist rein.

So hat man keine Mitschuld am Klimawandel, das bißchen Auto fahren, das man sich gönnt, kann doch nicht mitbegleitender Umstand sein. Das bißchen Abfall, das man produziert, ist doch schon vom Hersteller so vorgesehen und fällt nun wirklich nicht ins Gewicht. Daß man überhaupt Müll mit seinen Lebensmitteln und Dingen, die man zu brauchen glaubt, mitkauft, ist nicht die eigene Schuld, sondern irgendwer sonst hat die Verantwortung zu tragen, ich schwimme nur in der Masse mit.
Ich kann nicht anders.

Keiner kann anders außer alle anderen.

Aber bei mir liegt die Ursache nicht, daß die Polkappen schmelzen, ich brauche es halt warm und behaglich, dagegen ist doch wohl nichts einzuwenden. Ich könnte mein Haus stärker isolieren, aber dafür fehlt mir das Geld. Das liegt daran, daß ich nicht genug verdiene, weil man mir nicht mehr Gehalt zubilligt. Aber auch die mit mehr Gehalt investieren eher in neue Autos als in neue Technologie.
Wer weiß, ob ich das täte.

Ich will ja schließlich mithalten, weil es die anderen so wollen.

Und ich? Habe ich keinen Willen? Ich könnte auch mit einem kleinen Auto in die Arbeit fahren, eigentlich könnte ich auch zu Fuß gehen oder wenigstens mein Rad benutzen. Aber wie sähe das denn aus? Sollen die anderen glauben, ich könnte mir keinen Wagen leisten? Sollen die anderen über mich reden?
Was sollen die anderen von mir denken?

Indem ich antizipiere, was andere möglicherweise über mich denken könnten, stelle ich mich auf etwas ein, was ich selbst nicht für ideal halte.

Aber was ist schon ideal auf dieser Welt. Man kämpft mit der Materie und versucht, sein Dasein zu bewältigen. Man könnte mehr tun. Aber die anderen tun auch nicht mehr, warum sollte man sich also selbst kasteien und die anderen profitieren noch davon, ohne etwas beigetragen zu haben? Zudem hält man allein den Gang der Dinge nicht auf. Nur gemeinsam würde man etwas ausrichten.
Aber solange die anderen dazu nicht bereit sind, wäre das nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Und warum nicht mit gutem Beispiel vorangehen?

Man will zwar anders sein. Aber doch nicht so anders. Jedenfalls nicht anders als die Anderen. 
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