Waffengeilheit
05 März 2011Die Situation in Nordafrika ist brenzlig. Die Menschen erheben sich gegen die Despoten, die jahrzehntelang Meinungsfreiheit zur Not mit Folter und Morden verhindert haben. Die Sympathie des Westens ist auf seiten des Volkes, das tapfer gegen die Tyrannen demonstriert. Mit Parolen und Plakaten gehen sie auf die Straße, was den Herrschenden nun gar nicht so gut gefällt. Also schicken sie bezahlte Söldner (Geld haben sie aus irgend einem Grunde ausreichend) mit besseren Argumenten zur johlenden Menge.
Mit Waffen.
Wo haben denn die Söldner ihre Waffen her?
Man sollte erwähnen, daß dem Westen jahrzehntelang die Herrschaft der Diktatoren nur recht war. Aber nicht billig. Denn man sah die westfreundlichen Menschenrechtsverletzer als Bollwerk gegen den bösen Terrorismus an (sogar, als es Terrorismus noch gar nicht gab). Vor allem aber sah man auch das Erdöl in den Ländern als nützlich für die westliche Wirtschaft an. Und sandte auch europäisches Know-How in Afrikas Norden.
Know-How: Gewußt wie.
Wissen wird exportiert, um die Menschen in Unwissenheit zu halten.
Und so kommt es, daß auch mit deutschen Waffen in Libyen etwa die Menschen auf den Straßen zu Tode kommen. Sicher, man hat ja noch die Macht des Netzes, aber auch da ist die deutsche Wirtschaft vertreten: Störsender etwa aus bundesdeutscher Produktion unterbinden weiterhin, daß jedermann frei seine Meinung sagt (oder noch schlimmer: Verbreitet).
Hatte man früher, als man Waffen und Elektronik dorthin sandte, keine Ahnung von der Menschenrechtslage in Nordafrika?
Doch.