Aktionshysterie
04 März 2011Was war das für eine witzige Idee, als die Besucher des legendären Woodstock-Festivals mit dem Wetter kollektiv unzufrieden waren und stundenlang "No rain" riefen. Sinnfrei, weil kaum erfolgsversprechend. Aber auf Regen folgte Sonnenschein, was ja irgendwie auch ein Erfolg zu sein schien.
Wenn auch die Kausalität der Ereignisse nicht wirklich nachweisbar war.
Tat aber keinem weh.
Nun ist also Herr von und zu Guttenberg weg von der politischen Bühne, jedenfalls der überregionalen (und auch der wissenschaftlichen). Und schon wieder entblöden sich Menschen nicht, sich für eine Rückkehr stark zu machen. Sie wollen eine Petition (gut, man sagt ja: Derlei Eingaben beim Parlament seien "formlos, fristlos, fruchtlos") und fordern besonders jedermanns Unterstützung in den Sozialen Kommunen ein (ja, das ist der eingedeutschte Ausdruck von "Social Communities"). Über hunderttausend Anhängern "gefällt das" auf Gesichtsbuch. Man will gar nicht wissen, was sich da auch StudVZ oder den Logopäden (nein: Lokalisten) tun mag.
Auch sinnfrei, denn die Sonne unter den aktuellen Politikern kehrt so schnell nicht wieder.
Tut ja keinem weh.
Von wegen. Was müssen die verbliebenen Politiker wohl denken? Merkel, Westerwelle oder Seehofer. Sie reichen offenbar nicht, jedenfalls nicht Herrn Ex-Doktor das politische Wasser. Ihnen steht vielmehr offenbar dasselbe bis zum Hals. Denn es gibt anscheinend ein öffentliches Bedürfnis nach der ehemaligen Lichtgestalt der Konservativen.
Der Rest des Personals dient wohl nicht so sehr als Hoffnungsträger.
Das sollte denen doch zu denken geben.
Tut es vermutlich aber nicht. Wer glaubt von denen schon an seine eigene Überflüssigkeit? Nicht einmal Herr von und zu glaubte an seine Abkömmlichkeit. Und dennoch: ZUr Überraschung Vieler dreht sich die Erde auch heute, sogar unter allerschönster Sonne. Oder ist das nur Maskerade? Ist ja schließlich der Endspurt des Faschings, der närrischen Zeit.
Närrische Zeiten also, ist das die Begründung für die Unterstützungsmanie?
Aktionen, die an Hysterie grenzen.
Aber wohl nichts einbringen. Auf Regen folgt die Traufe.
Damals, mit Jimi Hendrix, war das anders.
Allerdings hat der seinen Höhepunkt auch nicht allzu lange überlebt.