Nullsummenspiel
18 Apr. 2010Die Szene der professionellen Pokerspieler ist in Aufruhr, weil das Finanzamt deren Gewinne versteuern will. Sie halten allerdings Poker für ein Glücksspiel und daher für steuerfrei. Das ist juristisch nicht ganz richtig, denn es dürfte sich um Einnahmen aus Gewerbe handeln, um eine fortlaufende Einnahme aus erlaubter Tätigkeit, die auf Dauer angelegt und auf Gewinnerzielung aus ist. Glück aber gehört zum Leben und auch zum Gewerbe.
Dem begegnen manche Pokerspieler mit der Behauptung, sie hätten nicht widerlegbar ihren Gewinn aus nicht angemeldeten Turnieren, also illegaler Quelle erzielt. Auch das dürfte nicht relevant sein, denn auch professionelle Diebe sind aus sonstiger - und illegaler - Tätigkeit zur Zahlung von Einkommenssteuer verpflichtet.
Dann kommen wir zum originellsten Argument.
Es handele sich um ein Nullsummenspiel, da sich der Gewinn der Spieler aus den Einnahmen der übrigen Spieler speist.
Das ist allerdings so durchschlagend nicht. Denn aller Gewinnerwerb speist sich aus Zahlungen anderer. Jeder Bäcker käme mit dieser Behauptung davon, Steuern zu zahlen. Denn auch hier zahlen die Kunden aus bereits versteuertem Geld Beträge, die nach Abzug der Kosten Gewinne darstellen.
Wenn der Bäcker aber hierfür Steuern zahlen muß, dann auch der Pokerspieler.