Messen
10 Apr. 2010Der Mensch will alles in den Griff bekommen. Alles, was man nicht messen, wiegen, zählen kann, wird eher argwöhnisch beäugt. Allerdings soll es hier um Messen gehen, die man Dingen widmet. Messen dienen zunächst einmal dem Glauben. Oder dem Vortäuschen desselben, um als guter Bürger zu gelten.
Aber es gibt noch ein Kräftemessen.
Dann gibt es Messen insbesondere für Autos. Dort wird der Glauben an die Unerschütterlichkeit der Mobilität geschürt. Man tanzt um das goldene Kalb, das eher grau ist, auch, wenn man es "Silber" nennt. Und man stellt Prototypen aus, die nicht im Handel erhältlich sind, möglicherweise nie sein werden. Das unterscheidet die Automesse von anderen Messe, in denen allein zu sehen ist, was man auch käuflich erwerben kann. Möbelmessen (wo man auch ausmessen kann, ob ein Möbelstück überhaupt in die Wohnung paßt) wecken Begehrlichkeiten, die man auch erfüllen kann. Aber auf Automessen werden Wünsche geweckt, die unerfüllt bleiben müssen.
Wenn das mal nichts mit Glauben zu tun hat.
Du sollst keinen Gott neben mir haben.
Sagt die Automobilindustrie.
Und es wirkt: Automessen sind deutlich besser besucht als die Gottesdienste.