Was Musikern geläufig ist, nämlich in D-Dur in Kadenzen zu schwelgen, das ist in der Politik - auch wenn Herr Westerwelle das behaupten mag - natürlich Unsinn. Die Anhebung der  Sozialhilfesätze wird kaum zu Luxus, der ins Verderben führen wird.
Auch, wenn der FDPlauderer in so manchem Recht haben mag.

Wenn auch nicht unbedingt in der Wortwahl.

Daß jemand, der arbeitet, mehr verdienen sollte, als man einem zukommen läßt, der nicht arbeitet, sollte selbstverständlich sein. Wenn auch das Los der Arbeitslosigkeit nicht von allen und immer selbstgewählt sein dürfte. Der Mißbrauch soll bei allerhöchstens einem Zehntel der Hartz-IV-Empfänger liegen, was nicht rechtfertigt, die Sozialhilfeempfänger insgesamt unter Generalverdacht zu stellen.
Nicht einmal als Generalsekretär (oder Vorsitzender) einer Partei.

Zwar ist auch die Einführung von Mindestlöhnen kaum ein Königsweg. In solch einem Falle wäre zu befürchten, daß noch mehr an Dienstleistungen ins benachbarte - billigere - Ausland verlagert würde. Wie das etwa mit der Schmutzwäsche von so manchem bundesdeutschen Hotel passiert, die nach Polen transportiert, dort gewaschen und zurückgebracht wird. Das scheint sich trotz der Transportkosten zu lohnen. Und die deutschen Wäscher und -innen schauen in die Wäschemangel.
Wie auch weitere in die Röhre sehen werden, würden auch für Hilfstätigkeiten Mindestlöhne eingeführt.

Von der Finanzierbarkeit gar nicht erst zu sprechen. 

Wie das in ein paar Jahren funktionieren soll, wenn ein Arbeitnehmer noch zwei Rentner erhalten soll, dann noch anteilig die Nichterwerbstätigen (außer seiner Kinder) und dann noch höhere Preise stemmen soll (oder glaubt man, die Mehrkosten für Personal würden die Unternehmer selbst auffangen?), das blendet man heute noch aus aus der Diskussion. 
Dann braucht man jeden Steuerzahler, den man bekommen kann.

Da wäre Erziehung zur Faulheit eher kontraproduktiv.

Sicher ist es sinnlos, diese Erziehung bei solchen Personen anzusetzen, die schon lange nicht mehr erwerbstätig sind. Man muß den Kindern Perspektiven bieten. Und das auch trotz eines schlechten Beispiels langjähriger Erwerbsloser, die ihren Kindern vorleben, wie man morgens lange schläft und auch sonst wenig produktiv lebt. Man muß mehr Geld für Bildung bereitstellen, für Schulen, auch Schulspeisung, für Unterrichtsmaterialien und auch für Lehrkräfte. Man muß die Stellung der Lehrer wieder aufwerten und diese gegen alle Tendenzen, sie ständig unter Generalverdacht der Halbtagstätigkeit und dem Dauerfeuer durch Beschwerden verteidigen. Man muß den Kindern auch und gerade aus Problemfamilien wieder Spaß an Wissen vermitteln, denn lehrbegierige Kinder von heute sind gut ausgebildete Erwachsenen von morgen.
Diese mögen auch an ihren Arbeitsstellen ausreichend Geld verdienen, daß sie sich ein bißchen Luxus leisten können. 

Diese Dekadenz ist letztlich der Grundstock, auf dem unser Wirtschaftssystem aufbaut.

Und auch so mancher FDP-Vorsitzender bezieht sein Gehalt durch solche Menschen. Das Kapital in Deutschland war vor allem immer Humankapital, waren Fachleute auf ihren Gebieten, die den allgemeinen Wohlstand schufen.
Sie zu vernachlässigen, ist sträflich.
Darüber darf man auch mit markigen Worten nicht hinwegtäuschen. 
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