Rabenkinder
24 Juni 2009 Eine Mutter oder ein Vater, die sich nicht um seinen Nachwuchs kümmern, werden gerne als "Rabenmutter" respektive "-vater" bezeichnet. weil man sich um die Nachkommen nun einmal kümmern muß. Da mag es noch so in der Bibel heißen, daß der Herrgott die Vögel im Felde ernährt. Die Würmer aus dem Felde ziehen müssen schon die Alten, damit die Jungen groß und kräftig genug werden, um vom Herrn ernährt zu werden.
Und dann?
Dann werden sie flügge. Und gehen (beziehungsweise fliegen) ihrer Wege. Wenn sie nicht bis zur Pensionierung im gemachten Nest bleiben und darauf hoffen, weiter durchgefüttert zu werden. Nein, das gibt es im Tierreich nicht. Aber im Reich der Menschen gibt es dafür sogar einen eigenen Ausdruck: "Hotel Mama" (weil offenbar der Papa nicht als Namensgeber taugt, insbesondere kann man wegen akuter Kuckucksgefahr seiner Sache niemals ganz sicher sein).
Das ist aber die Ausnahme.
Die Regel ist es, daß der Nachwuchs sich den eigenen Weg ins Leben sucht, ein eigenes Nest baut (oder mietet) und mit einem geeigneten Partner sich selbst ein Ei legt. Die Alten aber bleiben zurück und hoffen auf ein Wiedersehen. Zwar gibt es Pflichttermine wie Weihnachten und Geburtstage (siehe meinen Blog: "Familienfeste). Aber ansonsten ist der Kontakt zuweilen spärlich (manche sagen: Gott sei Dank) bis kärglich.
Die Jungen haben dann anderes im Kopf, als sich um die Eltern zu kümmern.
Das sind halt Rabenkinder.
Wobei sie wiederkommen, wenn sie Nachwuchs haben und dieser versorgt werden muß, wenn wichtige Termine anstehen, wofür sind Großeltern denn sonst gut? Haben keine Kinder, massig Zeit und warten doch nur darauf, gebraucht zu werden.
Und der Dank? Gott sei Dank.
Undank ist wohl Gottes Lohn.