Menschen mit spärlichen Einkommen sind nicht selten gewillt, alles zu machen, was Geld bringt, von Arbeit einmal abgesehen, die ist nicht immer willkommen (wer sich nicht angesprochen fühlt, sollte jetzt nicht wütend werden). Dafür würden sie sich merkwürdigerweise sogar die Gesundheit ruinieren lassen, indem sie Medikamente nehmen, für die es noch keinen Beipackzettel gibt, um sie davor zu warnen, was alles passieren könnte, wenn sie denn dieses Medikament ihrem Körper einverleiben. Sie nehmen Schmerzen und auch schwerwiegende Schäden in Kauf, nur um ein paar Euro zu verdienen, ohne groß etwas leisten zu müssen.
Sicher kann man das anders sehen: Manche glauben, keine andere Chance zu haben.

Das Geld ist ihnen je nach Skrupellosigkeit der Gesundheitshändler sogar das eine oder andere, innere Organ wert.
Besonders, wenn man in einem armen Staat lebt und ansonsten Hungers sterben könnte.

Aber diese sogenannten Versuchskaninchen gibt es nicht nur in der Pharmaforschung. Auch andere Branchen experimentieren immer wieder mit der Gesundheit anderer, statt ausreichend zu erproben, was sie (und bevor sie) etwas auf den Markt werfen. Man nennt das auch "Bananenprodukt", weil es wie eine Südfrucht noch unfreif in den Verkauf geht und dann beim Kunden reift. Die Schnelligkeit der Zeit, so zumindest die fadenscheinige Begründung, zwingt die Industrie dazu. Der Verbraucher lechzt nach Neuigkeiten, die es zu befriedigen gilt. Warum auch Millionen und Abermillionen für teure Tests ausgeben, wenn der Endverbraucher ohnehin alles kauft, was neu ist. 
Und wenn sich Fehler herausstellen, kann man sie immer noch beheben.

Wenn es auch für manche dann zu spät ist.

Und so fahren millionenfach Automobile auf den Straßen, die zahlreiche Kinderkrankheiten aufweisen. Letztlich eine Gefahr für Leib und Leben, denn wenn sich Fehler bei hohem Tempo (ja, die Schnelligkeit nicht nur der Zeit) herausstellen, landet die grüne Banane schnell abseits der Strecke, und inmitten der Blechschale wird nicht nur das Fruchtfleisch in Mitleidenschaft gezogen. 
Gefahren, die man in Kauf nimmt, im wahrsten Sinne des Wortes.

Ich weiß: Auch bei nicht fehlerhaften Fahrzeugen sterben jährlich allein in Deutschland mittlere Kleinstädte, ohne, daß es die Allgemeinheit wirklich entsetzt. 
Aber das ist ein anderes Thema.

Ich kaufe mir mit einen neuen Modell die Chance, daß wahlweise Bremsen, Lenkung oder, wenn ich Glück habe, nur der Scheibenwischer nicht so recht funktionieren. Das passiert nur in einem von vielen Fällen, aber es trifft nicht immer nur die anderen. Die, die es getroffen hat, können leider kein Lied mehr davon singen.
Das ist wohl das letzte Abenteuer des Großstadtmenschen: Der Erwerb eines nicht ausreichend erprobten Gerätes.

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Denn wenn der Hersteller lange fackelt, dann ist die Konkurrenz buchstäblich schneller. An der eklatanten Steigerung der Rückrufaktionen kann man feststellen, daß nicht nur Autos, sondern auch so unverdächtig wirkende Gegenstände wie Kaffeeautomaten längst ihre Unschuld verloren haben. 
Fehlerhafte Kaffeemaschinen machen munter und warm. 

Das Leben ist zwar nun einmal nicht ungefährlich. Aber im Unterschied zu den Versuchskaninchen im engeren Sinn, die wenigstens Geld für ihre Tätigkeit bekommen, muß der moderne Geräterprober noch Geld dafür ausgeben, um in Gefahr zu geraten.
Was will man denn: Andere geben Unsummen aus, um im Urlaub wenigstens einmal so etwas wie eine gezähmte Gefahr von weitem zu sehen.

Der Konsument kann sie jederzeit zu Hause haben.
Und das im Alltag.

Wenn das mal kein Fortschritt ist. 
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