Alles scheint ein Ende zu haben, wobei ein gutes nach sich zieht, daß alles gut ist, zumindest besser als ein Schrecken ohne Ende. Wobei auf Erden kaum etwas wirklich endet, sondern im Kreislauf des Lebens lediglich einen neuen Zyklus einläutet. Die Wurst hat auch nicht immer zwei Enden, etwa der Wurstring: Er hat gar keines. Ein Liebe geht zu Ende, aber schon wartet die nächste, bis man mittendrin nicht mehr weiß, wann diese ewige Suche nach der ewigen Liebe ihr Ende gefunden hat. Hat sie es dann, dann ist man auf Wolke sieben und mitten drin im prallen, echten Leben. So mancher beendet die alte Liebe auch gar nicht, wenn er eine neue findet (solange, bis eine der Beiden dahinter kommt).
Für alle anderen gilt: Wie Fußballspiele ist nach der Liebe vor der Liebe.

Und so ist der Schlußpfiff nur ein vorläufiger Schlußpunkt im Spiel eines Toren auf den Rest der Menschheit.

Zwar ist nichts Irdisches von Dauer, aber endlos erscheint die Wahl an Möglichkeiten und wo irgendwo gerade etwas endet, beginnt anderswo etwas Neues, ohne Unterlaß, ohne jede Unterbrechung.
Das einzig wahre Ende scheint der Tod zu sein.

Und selbst der erscheint vielen Gläubigen als der Anfang von etwas Großem und der Beginn der Erkenntnis der Wahrheit.

Wer ins Reich der Toten hinüberwandert, entdeckt die großen Mysterien, über die sich die größten Geister die Köpfe zerbrochen haben (ohne daran zu zerbrechen). 
Sofern man nicht mit den Atheisten an das Nichts glaubt.

Aber solange man darüber nachdenken kann, hat es einen zumindest noch nicht eingeholt, das Nirvana, und wenn, dann kann es einem vermutlich herzlich egal sein. Niemand weiß, wie nahe oder fern er seinem Ende ist. Und wenn er es wüßte, er hätte dennoch die Hoffnung, es aufschieben zu können. Wir alle wissen um unsere Vergänglichkeit und blenden sie doch aus unserem alltäglichen Denken aus. Wir erfinden uns immer wieder neu und finden kein Ende darin, dem Leben etwas abzugewinnen.
Und in Phasen der Depression finden wir bald zurück ins Licht und gehen aus jeder Krise gestärkt hervor.

Diese Krise mag gemeistert sein, also zu Ende. Aber nach der Krise ist vor der Krise, und mit der Erfahrung zu Krisen lebt mit der dadurch entwickelten Fähigkeit, sie zu meistern, auch ein Stück der Krise in uns fort.
Weshalb sie nie ganz zu Ende geht. 
Sondern nur wie in Wellen kommt und geht und uns unsere Unzulänglichkeit, aber auch die Schönheit des Lebens zwischen den Krisen sichtbar macht. 

Wir sind noch lange nicht am Ende. 
Zurück zu Home