Wieviele Probleme doch in der westlichen Welt mit dem Essen zu tun haben. Da gibt es nicht eben wenige, die ständig auf jede Kalorie schauen, während andere - auch nicht eben wenige - nach jedem noch so kleinen Imbiß den Finger in den Hals stecken, den sie gar nicht voll genug bekommen können. Andere - und das sind wohl die meisten - schaufeln täglich die Kalorienmenge eines Schwerarbeiters in ihren wohlbeleibten Körper.
Wobei das Problem ist: Sie sind eher Leichtarbeiter und vor allem Vielsitzer und bewegen sich eher spärlich.

Diese Arten des in Verwirrung gestürzten Umganges mit dem Essen haben durchaus Gewicht in unseren Breiten.

Allein, warum fällt der richtige Umgang mit Essen so schwer? Ist es der bloße Überfluß bei gleichzeitigem Mangel nur an Bewegung? Oder ist es die pure Langweile und Kompensation, die den Gang zum Kühlschrank oder zur Frittenbude so verlockend erscheinen läßt?
Warum lernen die Menschen nicht, auf ihren Körper zu hören?

Als Erwachsener sollte man sich und seine Bedürfnisse doch ausreichend kennen. Sollte man doch wissen, was man braucht oder zumindest ein Gefühl dafür haben, Alarmsignale des Körpers nicht konsequent zu überhören. Wobei gerade diese Unart in unserer schnelllebigen Zeit um sich greift. Da muß das Mittagessen zwischen zwei Termine gequetscht werden, die Mahlzeit muß also nicht schmecken oder Spaß machen, sondern vor allem eins: Schell gehen und satt machen. Da sind die Hände abends vor dem Fernseher anscheinend unbeschäftigt und müssen mit dem ständigen Greifen in die Chips-Tüte beschäftigt werden. Außerdem ist einem vielleicht bewußt, daß man gerade anderen Menschen beim Leben zuschaut, während das eigene Leben nur aus Arbeit und Essen vor der Glotze besteht.
Frustfresser gibt es allzu viele. 
Die ihre verlorenen Träume zumindest oral befriedigen. 

Und sich dabei selbst vernachlässigen, über Jahre hinweg.

Vielleicht ist der Weg, dann zum chemischen Süßstoff zu greifen, der nur den Insulin-Haushalt durcheinander bringt, oder jederzeit auf alles zu achten, was man in den Mund nimmt, der falsche. Vielleicht sollte man unbelasteter an die Nahrungsaufnahme herangehen, auch mal sündigen ohne schlechtes Gewissen, aber auch darauf achten, nur wirklich bei Hungergefühl zu essen und vor allem bewußt zu essen. 
Beim Essen etwa nur zu essen und nicht auch noch nebenbei fernzusehen.

Wer das nicht schafft und wirklich an die Wurzel das Übels heranwill, sollte nicht resigniert schlicht weiterfuttern wie bisher. Wenn man wirklich radikal sein will, muß man sich vielleicht auch einmal vom Fernsehapparat trennen. Oder man darf nicht klagen, wenn es einem nicht gelingt, seine Gewichtsprobleme in den Griff zu bekommen. 

Vielleicht beschäftigt man sich auch nicht zuviel, sondern gerade zuwenig mit dem Essen. Vielleicht sollte man sich wieder mehr mit dem Einkaufen auf dem Markt, mit dem Kochen und mit dem guten Essen in geselliger Runde beschäftigen, statt in Windeseile ein paar Fertiggerichte aus dem Supermarkt aus dem Verpackungsmüll zu schälen und sich mit vielen chemischen Zusatzstoffen wie Geschmacksverstärker, Binde- und Konservierungsmitteln vollzustopfen. Nur, um sich hänseln zu lassen und Probleme zu haben, in übliche Konfektionsgrößen und Sportwagen zu gelangen?
Vielleicht sollte man auch mehr zu Fuß gehen oder sich überhaupt mal wieder mehr bewegen, die vielen Fernbedienungen ausrangieren und Geräte wieder direkt mit der Hand bedienen.

Handgreiflich werden, wenn schon der Kopf eigentlich dazu rät.

Aber wer macht das schon. Die Bequemlichkeit und der Herdentrieb scheint viele Menschen geradezu dazu zu zwingen, ihren Wanst zu mästen, bis sie eines Tages feststellen, wie unfit sie sind. Dann ist es meistens spät. Aber nie zu spät. Denn jede Einsicht in eine Problemlage ist besser als gar keine. Nur, wer sich in sein Schicksal ergibt, ist dem Lauf des Geschickes ausgeliefert. Eigentlich sollten wir doch alle Schmiede unseres eigenen Glückes sein.
Warum gelingt das so wenigen?

Im Fernsehen sieht das so leicht aus, wie dort die Akteure ihr Schicksal meistern. 

Warum gelingt das den Chips konsumierenden Zuschauern nicht? Weil zuschauen so viel einfacher ist. Das Fernsehen taugt wohl doch nicht für tiefere Einsichten für das eigene Leben.
Warum hängen dann die Frustesser so daran?

Haben sie sonst nichts, was sie unterhält? Sollte ihnen das nicht zu denken geben? Anscheinend nicht. Nur Anlaß zum Essen.
Wie man allenthalben sieht.

Die kriegen ihr Fett ab. 
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