Kennen Sie den Kinderreim: "Wer will guten Kuchen backen, der muss haben sieben Sachen:

Eier und Schmalz,

Zucker und Salz,

Milch und Mehl,

Safran macht den Kuchen gel"?

Klar kennen Sie den, zumal, wenn Sie schon etwas reifer sind.

Warum eigentlich Safran für den Kuchen? Und fehlt da nicht die Hefe oder zumindest Backpulver? Und warum soll der Kuchen "gel" werden? Bedeutet das: Gegelt, also nach hinten mit Pomade gekämmt? Nein, das soll sich vom bayerischen "Gelb" ableiten. Der Kuchen soll also mangels Hefe nicht aufgehen, aber immerhin schön gelb aussehen.

Ich habe die Kuchen meiner Kindheit in anderer Erinnerung. Da gab es auch braune, mit Schokolade, oder in beige, mit Nüssen. Auch gelbe gab es, aber die Farbe stammte von Zitronen. Auch Kuchen ganz ohne Mehl oder Eiern gab es: Geschichtet, jeweils zwischen Butterkeksen eine Ladung Schokoladen, die zur Hälfte aus Palmfett bestand. Ja, das hielt man damals für eine gute Idee. Und gut geschmeckt hat es auf jede Fall.

Aber niemand, den ich kenne oder kannte, wäre auf die Idee gekommen, Kuchen mit teurem Safran gelb zu färben. Safran ist Luxus und zwar unnötiger Luxus. In einen gelben Schokoladenkuchen beißen? Das grenzt an Verbrauchertäuschung. 

Aber wer hinterfragt schon Kinderreime? Wo sich ganz unschuldig "Kuchen" auf "Rufen" reinem soll. Reim dich, oder ich ...

Aber bitte ohne Safran.

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