Schweizfeindlich
07 Feb. 2010 Die Schweiz echauffiert sich über den Ankauf einer CD, die Daten von mutmaßlichen Steuerhinterziehern enthält. Das angebliche Problem hierbei: Die Daten sind nicht freiwillig überlassen worden. Warum macht man sich da bei den Eidgenossen Gedanken? Macht dem Schweizer Bauchschmerzen, der deutsche Strafverfolgung könnte ein Fauxpas unterlaufen?
Glaubt man an eine Schweizer Fürsorgepflicht für das bundesdeutsche Rechtssystem?
Das geht doch grundsätzlich nur die deutsche Justiz selbst etwas an. Und wäre nicht schweizfeindlich.
Oder befürchtet man Nachahmer? Durch den Ankauf könnte man weitere Datendiebe dazu bewegen, weitere Datensätze illegal zu erwerben. Allerdings muß man dann einfach diese (und den hier zur Debatte stehenden) Täter ermitteln und gegebenenfalls bestrafen, nach Schweizer Gesetzen (sollte man solche haben).
Liegt der Grund peinlicherweise ganz woanders?
Befürchtet man, das Schweizer Bankgeheimnis könnte ausländische Steuervergehen nicht mehr decken und dies könnte dazu führen, daß man nicht mehr auf Schwarzgeld auf Schweizer Banken hoffen kann? Sollte der Schweizer Wohlstand sich auch auf Gesetzesbruch gründen? All der Reichtum nur deswegen, weil Gauner rund um den Erdball den Fiskus hintergehen?
Dies wäre tatsächlich schweizfeindlich.
Anzunehmen, die Schweizer lebten auf Kosten der Gesetzestreue der Ausländer. Lebten davon, daß im Ausland Einkommensmillionäre ihr Geld am eigenen Staat vorbei auf Schweizer Konten legten.
Das wäre in der Tat empörend.
Dagegen sollte man vorgehen.