Postengarantie
01 Mai 2011Es gibt Berufe, die eine Garantie für eine daran anknüpfende Karriere darstellen. So sind Spitzenpolitikern (deren Leistungen nicht unbedingt Spitze sein müssen, nur ihr Bekanntheitsgrad) Aufsichtsratsposten sicher. Manche Ex-Repräsentanten sitzen in derart vielen Aufsichtsräten, daß sie vermutlich selbst den Überblick darüber verloren haben. Sie verstehen auch nicht immer (manche unken: Nie) etwas von ihrem Metier, was etwa die Pleite der Landsbanken erklärt.
Deren Sesselfurzer können sich nur auf völliges Unvermögen herausreden, um nicht noch an ihrem Vermögen gepackt zu werden.
Geld stinkt nicht, es stinkt nur denen, die es zahlen.
Auch neigen mehr und mehr Schauspieler dazu, auch Bücher zu schreiben. Die dann prompt auch verlegt werden. Ob sie gelesen werden, ist nicht bewiesen, immerhin macht sich der Name gut im Bücherregal. Auch Musik wird gerne gemacht von Seriendarstellern, deren Serien abgesetzt wurden. Dann werden Sportler Trainer oder zumindest Vertreter von Sportartikelherstellern, wenn sie nicht Kolumnen in Sportmagazinen verfassen (lassen).
Hast Du erst was geleistet, kannst Du Dir auch so einiges leisten.
Und nun also auch der Papst: Er wird selig gesprochen.
Man kann bei Päpsten darauf warten, bis sie anbetungswürdig sind. Das Berufsbild erfordert zunächst ein tadelloses Leben, was sich für einen Anwärter eigentlich von selbst versteht (und wenn es daran hapert, gibt es immer noch die vatikanische Propaganda-Abteilung). Ein Wunder mag sich auch in vielen Jahren der Regentschaft finden (kann ja ohnehin niemand überprüfen). Kleine Schönheitsfehler wie die ganz und gar unchristliche Aufarbeitung des massenhaften Mißbrauchs von Kindern oder die Diskriminierung von Frauen sind nicht von Nachteil und schnell vergessen. Auch, daß man mit dem Verbot der Verhütung den Geschlechtskrankheiten weltweit zum Sieg verholfen hat, ist nur ein kleiner Wermutstropfen.
Dann steht nun dem Beweihräuchern und Verklären nichts mehr im Wege (Heiligsprechung ist schlicht nur noch eine Frage der Zeit).
Ob es dem designiert Heiligen allerdings wichtig ist, ob er in den Gebeten der amtlich Gläubigen eingeschlossen ist, ist fraglich.
Lieber wäre er sicher am Leben. Aber so ist das nun mal in der katholischen Kirche: Heilige müssen tot sein. Für Lebendiges hat die Kirche anscheinend nicht soviel übrig wie für die Toten.