Sicher eine der einschneidendsten Erfindungen der letzten Jahrzehnte ist die des Internets. Kaum eine Erfindung hat das Leben der Menschen rund um den Erdball so beeinflusst wie diese Möglichkeit, sekundenschnell mit der anderen Seite der Welt zu kommunizieren.
Oder mit dem Freund in derselben Stadt.

Segen und Fluch zugleich.

Zum einen sind Informationen jeder Art blitzschnell zu erlangen. Allerdings besteht auch die Möglichkeit, jede Art von Dummheit und Fehlinformation weitreichend und ohne Verzögerung durch eine Bedenkzeit zu verbreiten. Man kann für sein Anliegen Werbung machen, mag es sich um berechtigten Protest gegen ein unterdrückerisches Regime handeln oder um den verabscheuungswürdigen Wunsch, mit kleinen Kindern sexuelle Handlungen durchzuführen.
Höhenflüge und Abgründe tun sich auf.

Und das führt zu segensreichen, aber auch zu verdammenswerten Auswüchsen.

In diesem Spannungsfeld ist etwa auch die Häufung von Amokläufen an Schulen zu sehen. Ohne überhaupt auf die Idee gebracht zu werden, solchermaßen ein Ausrufezeichen zu setzen, wäre es zu so mancher Bluttat nicht gekommen. Und möglicherweise hat auch die digitale Möglichkeit, am Rechner unterhaltsam zu vereinsamen, noch dazu beigetragen, daß junge Menschen auf sich aufmerksam machen wollen.
Aber wie?

Da tragen Berichte über Amokläufe dazu bei, daß man das Töten beliebiger Menschen in seinem Wahn für eine gute Idee hält.

Da fängt das Netz die Menschen nicht auf, es zeigt sich vielmehr als ein Netz ohne Boden, über dem die psychisch labilen Amokläufer in ihrer eigenen Welt balancieren, ohne die Balance in ihrem Leben halten zu können. Ohne das Vorbild aus dem Internet wäre es dann vielleicht auch zu einer Verzweifelungstat gekommen.
Aber möglicherweise mit weniger Opfern, noch dazu solchen, die nicht das Geringste dafür können.

Abfallprodukt einer Mediengesellschaft, in der alles allen jederzeit zugänglich ist. Ob Kinderpornos oder Anleitung zum Bombenbau, ob Aufruf zum heiligen Krieg oder persönliche Verleumdung, ja Volksverhetzung: Mit einem Maus-Klick geht es um die Welt.
Man wünschte, das wäre nicht unbedingt unbegrenzt der Fall.

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