Warum sind die Werke von Simmel, Konsalik und May keine Kunst? Wo doch der Inhalt (angeblich) so tiefsinnig ist. Und warum sind kunstfertige Werke moderner Science-Fiction-Bücher, wo es vor leicht bekleideten Damen, muskulösen Männern und sphärischen Planeten und düsteren Sonnen nur so wimmelt, keine Kunst?
Weil es weder allein auf Inhalt, noch auf Form als solche ankommt.

Erst das ausgewogene Zusammenwirken zwischen Form und Inhalt macht aus trivialen Belanglosigkeiten Kunst.

Wer wie Trivilliteraten nicht mit der Sprache umgehen kann, wer wie esotherische Maler nur Klischees zu bieten hat, der bedient sich eben nicht für eine tiefergehende Aussage einer bestimmten Kunstform. Aus Kunstfertigkeit zu schöpfen, um seine Botschaft, seine Emotionen und seine Vorstellungen auszudrücken und zu vermitteln, erst daraus kann wahre Kunst entstehen. Weder allein eine richtige Aussage, noch allein technische Qualifikation führt zu tiefgreifender Reflexion, gekleidet in ausreichende Gestaltungshöhe. Die Botschaft allein, mag sie sich gegen Krieg oder Umweltverschmutzung richten, macht aus ein paar zusammenhängenden Sätzen genausowenig Kunst, wie auch reine Wortklauberei oder reine Effekthascherei bei Farbspielen allenfalls Kunstgewerbe bilden mag.
Von Kunst kann man erst sprechen, wenn beides zusammenwirkt. Ineinander greift.  

Das ist eher selten der Fall. Und das ist kein Zufall. 
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