Eine Gitarre, frisch aus der Fabrik
träumte von begabten Händen,
die ihr himmlische Musik
entlocken würde.

Welche Bürde.
Denn leider endete die Reise
in eher bescheidener artloser Weise.
Denn in ihren jungen Tagen
mußte sie Volksmusik ertragen.

Und wurde alt über dies Schicksal.
Klang nicht nach Freude, eher Qual,
klang mürrisch im Dreivierteltakt.
Und fand sich zu hart angepackt
von kleinen, bäuerlichen Händen.
Und fragte sich: Wo wird das enden?
Im Heustadel? Im Hüttenzauber?
Alles war so rein, so sauber.
Alles klang nach Harmonie.
Schräges Zeug spielte sie nie.

Dann, langsam mit dem Zahn der Zeit
begann sie, denn sie war gescheit,
die Volksmusik allmählich zu lieben.
Was sonst wäre ihr auch geblieben?

Da kam´s, wie´s kommen kann:
Eines Tages kam ein Mann 
und spielte guten Blues auf ihr.
Da wurde ihr im Kopf ganz wirr.
Solche schiefen Harmonien
fand sie nicht zum Niederknien,
sondern zum Saiten raufen.
Der Mann wollte sie kaufen.
Sie haßte, was er sang.
Und zersprang.

Die Moral von dem Gedicht:
Arrangiere Dich bloß nicht
zu leicht, zu früh. Oder auch beides.
Meid´ es.
Oder Du bist des Leides.
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