Alkoholsteuer
01 Aug. 2010Nun ist nach dem vorläufigen Volksentscheidsfrieden zum Rauchen der Alkohol an der Reihe. Kaum hat sich die Fäkal- und Nazivergleichsfraktion ein wenig über das Rauchverbot beruhigt, schon wird der Vorschlag publik, man könnte die Alkoholsteuer von derzeit 9 Cent auf 1,- Euro anheben.
Was Volkes (und Stammtischvolkes) Stimme wohl dazu sagt?
Sicher werden die Vokabeln "Abzocke" und "Raubrittermethoden" die Stammtischrunde machen (da gibt jeder gerne eine Runde aus).
Und man wird dies als erste Stufe zur Prohibition werten. Wenn auch die Schäden, die durch den Alkoholmißbrauch zu beklagen sind, und die sich vom Straßenverkehr über die Familien bis hin zum Arbeitsplatz ziehen, selbst durch Mehreinnahmen der öffentlichen Hand nicht kompensiert werden. Und man wird auf Skandinavien verweisen, wo es trotz hoher Preise Alkoholiker en masse gibt.
Wenn auch nicht so viele wie in Deutschland.
Denn der gemeine Deutsche kann sich Spaß und Freizeit kaum ohne Promille vorstellen, was durchaus bezeichnend ist. Und so begibt sich auch der trinkgewohnte Akademiker in seiner Rauschbegeisterung auf eine Stufe mit dem gewöhnlichen Spiegeltrinker im Pilspub. Ohne Alkohol kein Erlebnishorizont. Als wenn der Konsum von Rauschmitteln eine Auszeichnung wäre. Feiern als endlose, längst vergessene Kette von Trunkenheit, um den Alltag zu vergessen.
Und siehe da: Der Alltag droht mit Steuererhöhung.
Nicht ganz unerwartet in Krisenzeiten.
Aber man hat dann auch in Zeiten akuten Sommerlochs etwas, um getrost zu schimpfen, mit harten Bandagen und Unflätigkeiten.
Allein das sollte der Spaß doch wert sein.
Wenn man ihn denn nüchtern betrachtet ertragen könnte.