Die stürmische Dame Irene hat den Osten Amerikas im Griff, sogar bis nach Neu York hat sie die Unverfrorenheit vorzustoßen. Dort ist man gewappnet, sofern sich der störrische Städter-der-niemals-schläft von einer simplen Naturkatastrophe irgendwelche Vorschriften machen läßt. Eine Auswirkung ist aber, daß das unermüdliche Straßengewirr menschenleer ist. Busse und Bahnen haben ihre Dienste eingestellt und zu Fuß geht man in der Mütter aller Großstädte ungern.

Dennoch: Die Neonreklamen bleiben an.

 

Umweltschutz ist im Lande der begrenzten Unmöglichkeiten eben nicht möglich.

Auch, wenn niemand hinschaut - bis auf ein paar unerschrockene Kamerateams: Die Reklametafeln bleiben eingeschaltet. Auch, wenn bald die Stromversorgung zusammenbrechen sollte - Wer weiß, welche Kunden man doch auf sich aufmerksam machen könnte. Vielleicht tragen ja die Kameras ausländischer Beobachter die Werbe-Botschaft unentgeltlich weiter. Da meint man, aus einem Katastrophengebiet zu berichten, und trägt dabei den Namen und das Logo namhafter Logoträger rund um den Erdball.

Kostenlose Werbung in schwerer Zeit.

 

Vielleicht gibt es nach der Katastrophe das Geschäft gar nicht mehr.

Aber es ist wenigstens bekannt geworden.

 

Oder deutet man damit an, daß dem Kapitalismus auch die Wetterkapriolen nichts, aber auch gar nichts anhaben können? Wenn die Welt unterginge, der Handel geht jedenfalls weiter. Wenn auch die Börse leichte Einbußen erleidet, darunter sämtliche Konsumenten. Aber es ist die Haltung, die zählt. 

Durchhalten ist alles.

 

Völker, seht auf diese Stadt.

 

Ich bin ein Neu-Yorker.

Zurück zu Home