Feiert man bei Betriebsweihnachtsfeiern oder Vereinsweihnachtsfeiern (welch wunderbar lange Wörter!) wirklich Weihnachten? Oder eher den Betrieb oder den Verein? Man sitzt zusammen, ißt, trinkt vor allem, läßt ein paar Reden über das vergangene Jahr über sich ergehen, dann umfährt man die zahlreichen Polizeikontrollen oder zeugt ein paar uneheliche Kinder.

Was genau hat das mit Weihnachten zu tun?

 

Euch wird ein Kind geboren werden?

 

Vielleicht darf eine Angestellte ein paar Mundartgedichte von sich geben, in der die Besinnlichkeit und die "stade" Zeit besungen wird, ehe man lautstark seine Sinne mit Alkohol vernebelt. Zuweilen gibt auch der Buchhalter ein paar Lieder (meist die spießigen, amerikanischen Weihnachtslieder) zum Besten, auf dem Akkordeon oder auf einer leidlich gestimmten Gitarre. Zu späterer Stunde läßt sich der Chef dann dazu überreden, alle zu duzen. Was er spätestens am nächsten Morgen bitter bereut, wenn er den Toni zusammenfalten will, aber dieser nur verkatert-verschwörerisch mit den Augen zwinkert.

 

Wichtig: Die Qualität des Essens. Was auf gut deutsch heißt: Die Größe der Portionen. Braten mit Knödeln, auch gerne mal eine Currywurst oder ein Schnitzel. 

Feiert die Armut der Geburt Jesu, aber feiert.

 

Das Lokal muß spätestens im Frühsommer gebucht werden, ansonsten landet man in Kneipen, die man normalerweise nicht frequentieren würde.

Bitte per Rundlauf um verbindliche Zusage spätestens bis Herbst, damit alles organisiert werden kann.

 

Aber es geht auch anders: Liebevolle Musik, eine launische - vor allem kurze - Rede, eine Weihnachtsgeschichte. Eine Kleinigkeit essen, ein wenig trinken, aber nicht über den Durst.

Und am nächsten Tag ohne Kater in die Arbeit gehen.

 

Und ohne schlechten Geschmack im Mund. 

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