Mit was der Deutsche doch alles Mut verbindet. Mut zu haben allein genügt ihm nicht. Nein, man muß diesen Mut schwer empfinden, als Schwermut, oder er muß wehtun, als Wehmut. Verblasst ist dagegen der Mißmut, nur noch als Adjektiv zu finden und der Unmut, die Lust auf gar nichts (heute eher "Nullbock" genannt).
Ein mutiger Menschenschlag, die Deutschen.

Und doch: Wenn dich die Wehmut packt, bis du dem Unmut näher als dem Mut.

Die Wehmut etwa, daß in ein paar Tage wirklich alles vorbei sein soll. Nachdem ich nun fast ein Jahr täglich gebloggt habe, werde ich das Jahr noch vollmachen und dann mich wieder mehr meinen Büchern widmen.
Was habe ich doch alles geschrieben.

Wohldurchdachtes und Improvisiertes, Verqueres und Naheliegendes.

Die Lust weiter zu machen, ist durchaus da. Allein: Wofür? Allein, um die Reihe nicht zu unterbrechen? Ein Rekordversuch, den längsten, durchgehenden Blog zu verfassen, über Jahre hinweg, vielleicht über Jahrzehnte? Bis zum Tode jeden Tag aus meinem Kopf berichten?
Wer weiß, wie lange es Blogs überhaupt noch geben wird.

Oder das Internet: Auch da gibt es keine Garantie, daß es das Netz für alle Zeiten geben muß. Die Technik schreitet voran. Auch die Umweltverschmutzung schreitet voran.
Mal sehen, wer das Rennen gewinnt.

Sollte nicht am Ende der Mensch gewinnen?

Sollte nicht am Ende der Mensch sich der Technik bedienen und die Umwelt nicht mißbrauchen? Dazulernen, ohne das Wesentliche zu vergessen? Sich befreien, ohne die Bodenhaftung zu verlieren?
Irgendwann muß man sich von allem verabschieden.

Insbesondere von der Vorstellung, etwas könnte für immer und ewig bestehen.
Mit diesem Blog sollte man damit nicht anfangen. 
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