Wenn man Ehrgeiz hat, ist das zunächst nichts Schlechtes, denn das bringt einen voran. Und mit sich bringt man auch die Gesellschaft voran, im Zusammenwirken mit anderen, die ebenfalls Ehrgeiz entwickeln. Wenn man aber allen Warnungen trotzt, die einer gewissen Tatsachengrundlage nicht entbehren, kann man schnell zum Querkopf werden. Wenn man das in seine privaten vier Wänden macht, mag das noch angehen. Denn da trifft es einen vor allem selbst. Wenn man aber sich als Objekt seines Ehrgeizes ausgerechnet den Stuttgarter Bahnhof aussucht, kann das üble Folgen haben. 

Und das nicht nur finanziell.

 

Wie man hört, scheint man dem Beispiel des Schürmann-Baus in Bonn nachzueifern.

 

Denn man baut auf Anhydrit, Gesteinsschichten, die Wasser ziehen und sich wie ein Schwamm aufblähen. Da gerät das ambitionierte Projekt schnell in Schieflage. Abgesehen, daß es das in den Augen so einiger Bürger jetzt schon ist. Für Milliarden einen Bahnhof unter die Erde versetzen, das mag nicht jeder. Was könnte man mit soviel Geld machen. Es verbuddeln, das bringt nicht einmal Zinsen. Sicher ist es nicht verkehrt, angesichts der zunehmenden Erdölknappheit auf die Schiene zu setzen.

Aber erhöht die Tieferlegung eines Bahnhofs die Attraktivität des Zugfahrens wirklich?

 

Oder wäre das Geld nicht besser in den Ausbau des Schienennetzes und die Sicherheit der Züge investiert worden? Kann man im Schwabenländle plötzlich nicht mehr sparen? Schaffe, schaffe, Häusle baue, nicht: Raffe, raffe, Bahnhof baue.

Ein Schildbürgerstreich, der noch von sich reden lassen wird.

 

Oder will man einfach Pisa den Rang ablaufen?

 

Die Pisa-Studie war ja bislang nicht eben günstig für Deutschland.

Da wollte man sich nicht lumpen lassen.

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