... ist "Wissen und Wollen der Tatbestandsverwirklichung im Bewußtsein der Rechtswidrigkeit". Sagen zumindest die Strafjuristen (so etwas können sich auch nur Juristen einfallen lassen).
Wenn man das so sieht, dann ist der Vorsatz, den so mancher zum Jahresende faßt, kein solcher.

Zum einen weiß man, daß man das, was man sich vornimmt, schnell wieder ad acta (auch so ein Juristenausdruck) legen wird. Zum anderen will man das gar nicht wirklich; denn sonst müßte man es sich nicht erst groß vornehmen, sondern würde es schlicht in die Tat umsetzen.
Und rechtswidrig?

Verstößt der Wunsch, mehr für seine Gesundheit zu tun, gegen Gesetze?

Ja, wenn man das physikalische Gesetz der Trägheit mit einbezieht. Denn die träge Motivation eines kurz vor Ladenschluß gefaßten Entschlusses (möglicherweise noch im Zustande der Trunkenheit) gerät allzu schnell wieder in gewohnte Fahrwasser. Aus keiner Zigarette wird schnell wieder eine, dann mehrere, dann raucht man wieder, gerade erst dem Kater entflohen. Und aus dem Laufen jeden Tag wird ein Laufen einmal in der Woche, dann einmal im Monat, dann zu einem Wunsch, wenigstens am Jahresende wieder einen entsprechenden Vorsatz zu fassen.
Ist das zu fassen?

Sind wir alle Memmen, die nicht einmal dem eigenen Willen gehorchen?

Oder haben wir schlichtwegs keinen eigenen Willen? So fahrlässig gehen wir mit unserer Gesundheit um, das ist grob fahrlässig, das grenzt schon fast an Vorsatz.
Wenigstens da haben wir einen Vorsatz, den wir auch erfüllen.

Den, die guten Vorsätze zu brechen.

(Wenn das nicht alles ist, was wir aus dem alten Jahr mit uns in uns ins neue mitschleppen und brechen.)

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