Was man sich selbst herausnimmt, das nehmen auch alle anderen in Anspruch: Vergleiche anzustellen. Da vergleicht man die Vergangenheit mit der Zukunft, die Ex-Partner mit dem aktuellen, diesen Urlaub mit dem letzten, das Essen in einer bestimmten Kneipe mit dem in einer anderen.
Man will immer einordnen.

Was nicht sinnlos ist.

So erkennt man durch Vergleiche, ob man auf bestimmte Dinge beim anderen (oder dem eigenen) Geschlecht anspringt, ob einem dieselben Dinge immer wieder widerfahren, ob man hier wieder essen sollte oder doch lieber nicht. Wen man besser meidet, der eine Eigenschaft hat, die noch nie zu erfreulichen Begegnungen führte. Und auf was man achten sollte, als Warnzeichen.
Und das machen vermutlich auch alle anderen.
Auch man selbst wird in verschiedene Kategorien kategorisch eingepackt. 

Ob man zueinander paßt, ob man der Typ Mensch ist, mit dem der andere noch nie gute Kirschen gegessen hat, egal, in welchem Etablissement. Nicht immer paßt man in jedes Raster, die persönliche Rasterfahndung ergibt die Raterfahrung, daß bestimmte Faktoren besser zu meiden seien.
Mag sein, daß es bei diesem speziellen Menschen anders wäre.

Wenn man ihn nur vorurteilsfrei gesehen hätte.

Aber dazu kommt es nicht, denn diese Erfahrung macht man nicht. Wenn man seine so genannte Erfahrung dahingehend auswertet, daß man denjenigen deswegen schon von vorneherein aussondert, dann wird nichts aus der neuen Bekanntschaft.
Schöngeredet wird das durch den "ersten Eindruck, für den es keine zweite Chance gibt."
Dabei halten wir nur dem Vergleich nicht stand. 

Wieviel positive Begegnungen uns deswegen durch die Lappen gehen? Wird das dadurch aufgewogen, daß wir uns auch nicht mit negativen abgeben müssen?
Wer weiß das schon.

Denn den Vergleich mit der Situation "was wäre, wenn" hat man nicht. 
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