Eine Anzeigenerstatterin sagt aus, jemand habe sie vergewaltigt. Die Polizei und auch die Staatsanwaltschaft glaubt ihr und setzt ein Verfahren in Gang. Das ist im Ermittlungsstadium in aller Regel auch mit einem Haftbefehl verbunden, also mit Unfreiheit für den Beschuldigten. Kein außergewöhnlicher Fall. So geschieht es im Falle von Otto Normalvergewaltiger, aber auch im Falle des berühmten Meteorologen. Einziger Unterschied vielleicht: Letzterer hat Geld für möglichst mediengeile Anwälte und kann sich gegen die Schlammschlacht wappnen, die er selbst in Gang setzt. 

Das kann sich auch gegen das mutmaßliche Opfer wenden.

 

Etwa der Fall der Schauspielerin Monika Lundi hat allein dieser geschadet, nicht dem Angezeigten. Auch war das allgemeine Mitleid auf seiten von Roman Polanski, wogegen man kaum etwas von dem Kind hörte, das er damals mißbraucht haben soll (üblicherweise ist die öffentliche Meinung da weniger gnädig mit Kinderschändern, seien es auch mutmaßliche).

 

Allerdings handeln die Strafverfolgungsbehörden im allgemeinen autark. Sieht man aber staatlicherseits die Chance, so einen Widersacher aus dem Weg räumen zu können, dann können Polizei und Staatsanwalt aber zuweilen auch auf mächtige Partner hoffen. So war die schwedische Justiz vermutlich baß erstaunt, daß ausgerechnet die USA (am Verfahren überhaupt nicht beteiligt) ihr im Falle des Herrn Assange so willfährig unter die Arme gegriffen hat. 

Wenn das Schule macht.

 

Wie leicht könnte man alle möglichen Gegner kaltstellen (und dabei so tun, als sei man hochethiosch und kann immer noch etwa auf die Chinesen mit dem Finger zeigen).

 

Jedenfalls wird man das bald als Ausrede von so manchem Beschuldigten zu hören bekommen. Und vergessen, worum es bei Strafverfahren wirklich geht: Um Schuld oder Unschuld. Nicht, ob hier ein wenig rechtsstaatlich denkendes Imperium hier mit unlauteren Mitteln sein Verständnis für üble Machenschaften äußert.

Das funktioniert übrigens auch mit anderen Delikten, wie man etwa in der Türkei am Fall Dogan Akhanli sieht.

 

Allerdings muß man auch befürchten, daß Vergewaltigungsopfern zunehmend nicht mehr geglaubt wird.

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