Wenn sich ein Flugzeug nicht in der Luft halten kann, denn Luft hat, noch mehr als Wasser, überhaupt gar keine Balken, dann ist das immer eine Meldung wert. Sei es eine mickrige, viersitzige Cessna, die vier Menschen ihrer Leben beraubt, irgendwo am Hinterteil der Welt, schon berichtet auch die regionale Presse darüber. Ist das nicht merkwürdig? Nein, könnte man denken, denn zum Berichten über Katastrophen sind die Medien doch da, nicht wahr?

Wenn dem so wäre, warum wird dann nicht auch über jedweden Autounfall irgendeines Viersitzers berichtet (davon gibt es weltweit täglich Tausende)?

 

Das wäre doch eine Herausforderung: Jeden Tag hätte jede Zeitung die Ausmaße eines Telefonbuchs.

 

Das würde keine Menschenseele interessieren. Autounfälle fallen nur dann ins Gewicht, wenn sie mehrere Tote betreffen und in der Nähe passieren. Tote in Übersee müssen jedenfalls in einem Flugzeug gesessen sein. Ab ein paar Dutzend Toten können diese auch mit einem Schiff untergegangen sein oder in einem Zug. Aber für einen Unfall im Straßenverkehr müssen es schon ziemlich viele Verstorbene sein, daß sie es gar ins Abendprogramm, in die Nachrichten schaffen.

 

Außer, der Tote saß in einem Sportwagen. Bei Sportveranstaltungen genügt schon ein einziger Toter. Wer sich auf eigenes Risiko in einen überzüchteten Boliden setzt, um unter Lebensgefahr Unmengen Geld zu verdienen, dessen Mitleid wird stets bemüht. Wer unschuldig in Guatemala beim Überqueren einer Straße sein Blut verspritzt, ist keinen Spritzer Tinte in einer seriösen Zeitung wert. Wer aber mit 300 Stundenkilometern Gummiabrieb und Benzinschwaden über heißen Asphalt verteilt, der ist bei seinem Ableben immer bedeutend genug, auf Seite eins erwähnt zu werden.

Hat das damit zu tun, daß man sich im Grenzbereich der Physik bewegt?

 

Wenn also der arme guatemalatesische Fußgänger rekordverdächtig weit geschleudert worden wäre, man bekäme sein Gesicht zumindest in den Boulevardmagazinen des Privatfernsehens zu sehen.

Aber ein völlig herkömmlicher Unfall?

 

Nicht der Rede wert.

 

Soviel Interesse an Physik?

Einstein wäre begeistert.

Zumindest relativ. 

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