Kommt es nur mir so vor, als würde die Welt ihren Kurs auf die Toleranz zu abändern und in die Gegenrichtung marschieren? In Ungarn konnten scharfe Gesetze gegen Meinungsfreiheit nur mit erheblichem Druck verhindert werden, in Dänemark erstarken ausländerfeindliche Kräfte in relevantem Ausmaß und blockieren europarechtswidrig die Grenzen. Und in Rußland wird sogar per Gesetz gegen Homosexualität in der Öffentlichkeit vorgegangen (ähnliche Progrome sind sonst nur aus islamischen Staaten und etwa Jamaika bekannt). In Amerika wächst gerade in Wahlkampfzeiten ohnehin ein Geist heran, den man in zivilisierten Ländern nicht vermuten würde. 

Dabei dachte man: Die Welt lernt dazu.

 

So naiv kann man sein.

 

Das Internet und die freie Presse macht doch alles transparenter. Dabei haben damit auch die Dummköpfe die Chance, ihre Dummheiten weitreichender zu verbreiten. Und das fällt bei anderen Dummköpfen auf fruchtbaren Boden. Lernt man aus der Geschichte nichts dazu? Oder nimmt man sich die Geschichte als Vorbild, begangene Fehler am besten noch einmal zu wiederholen? Globalisierung sollte doch den Blick weiten, dabei scheint sich so mancher Horizont zu verengen. Spießertum wird schlicht mächtiger durch moderne Mittel.

Wer achtet da noch auf die Wahrheit?

 

Was ist überhaupt die Wahrheit?

 

Sucht man nicht mehr nach ihr? Schämt man sich nicht, wenn man Homosexualität bekämpft statt Hunger oder Gewalt? Wenn man Grenzen dichtmacht, statt sie zu öffnen, weil etwa die Umweltproblematik nicht national zu lösen ist. Wenn man den Islam als Quelle allen Übels konstatiert und nicht merkt, wie da alte, vorurteilsbeladene Feindbilder schlicht durch neue, vorurteilsbeladene Feindbilder ersetzt werden.

Alles schon da gewesen.

 

Aber nicht mit diesem Wirkungsgrad.

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