Während sich beim Essen die positive Wertschätzung auf das Wort "Lecker" reduziert hat (das habe ich bereits einmal in einem Blog behandelt), ist die Kleidungs- und Möbelabteilung des Deutschen auf dem besten Weg, auf das Wort "Stylish" hinauszulaufen. Ein Begriff, unter dem man sich konkret gar nichts vorstellen kann.

Und das ist auch Teil des Konzepts.

 

Die moderne Sprache ist darauf ausgelegt, nichtsagend positiv zu werden.

 

Stylish ist alles, was einem selbst gefällt. Ohne Begründung kann man damit auch verunglückte Stuhlungetüme legalisieren. Jede noch so lächerliche Fußball-Frisur ist stylish, wenn sie einem nur gefällt. Ob tiefsitzende Hosen oder knapp sitzende Shirts mit dümmlichen Sprüchen: Stylish. Da in der Moderne ohnehin nichts bahnbrechend Neues mehr kommt, sondern alte Trends einfach von Zeit zu Zeit immer wieder aufgewärmt werden, kann alles stylish werden, wenn man es nur als solches bezeichnet.

Stil zu haben genügt nicht mehr.

 

Man hat jetzt "Style".

 

Style ist die Steilvorlage für ein modernes Leben. Wobei sich jeder etwas anderes darunter vorstellt. Jede noch so absurde Modesünde der Vergangenheit ist, wenn sie mal wieder des Weges kommt, stylish und damit angesagt, wenn man sie nur als srylish ansagt. Style ist auch nicht mehr ein durchgehender Faktor, der sich durch den Geschmack eines Menschen zieht, sondern ein Qualitätsmerkmal. Wobei Style man immer nur selbst hat, wenn man ihn laut genug proklamiert. Ob große, klobige Turnschuhe in schreienden Farben an den kleinen Füßen von Kindern über großen Talmi-Schmuck an Rappern, mit dem Etikett "stylish"kann man alles adeln. Selbst der unsägliche Honecker-Hut kann stylish sein.

Das Problem: Man muß nur jemanden finden, der das auch findet.

 

In Internetzeiten aber kein Problem. Irgendjemand auf der großen Webworld ist schon Deiner Meinung,

 

Ich fange damit einfach mal an (auch, wenn es hier nicht um Kleidung oder Einrichtung geht): Super stylish, mein Blog, was?

 

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