Nicht umsonst ist der Stolz eine Todsünde. Und worauf sind die Menschen nicht alles stolz: Auf ihr Deutschsein (als wenn das eine Errungenschaft wäre, die über die bloße Tatsache hinausginge, daß man als Kind deutscher Eltern geboren wurde), auf ihr Heimatland (an dem man eher marginalen Anteil hat, was Kunst, Kultur und Wirtschaftskraft betrifft), auf ihr Haus (gezahlt mit dem ererbten Geld), auf ihr großes Auto (gebaut von einem Hersteller, mit dem einen nichts verbindet).

Auf Stolz gründet sich allenthalben Aggression. 

 

Weil man meint in seinem Stolz, besser zu sein als andere.

 

Weil man meint, über anderen zu stehen und nicht nur ein Sandkorn im Universum zu sein. Weil man glaubt, der Stolz legitimiere jedwede böse Tat, die man anderen antut. Als Familienoberhaupt, als Angehöriger eines Staates, als junger Macho oder ältlicher Schlagerstar. vor lauter Stolz läßt man anderer auch nicht mehr gelten, denn worauf man stolz ist, das berechtigt dazu, andersartiges herabzuwürdigen.

Stolz tötet Menschen und gebärt Kriege.

 

Stolz schürt Aggressionen und Selbstsucht.

 

Tugenden wie Demut und Uneigennützigkeit scheinen nicht mehr in unsere egoistischen Zeiten zu passen. Man protzt mit materiellen Werten und platzt vor Stolz auf Dinge, die letztlich nutzlos sind.

Nicht umsonst ist der Stolz eine Todsünde.

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