Die Geschichte ist voller Geschichten von Menschen, die den Kamm gebacken haben (man verzeihe mir den Kalauer, aber ich wollte das englische Wort für das Zurückkommen umgehen). Immer wieder lebten Totgeglaubte länger, als so manchem lieb war.

Ursprünglich sagte man vor allem Boxern nach, sie würden nie zurückkommen. Dann allerdings kam Cassius Clay unter anderem Namen (der selbstgewählt, also eine Art Künstlername war, wobei er es eher als Zeichen religiöser Läuterung ansah) wieder. Nach einer fragwürdigen Aberkennung des Titels - weil er sich geweigert hatte, Onkel Sams Ruf an die Waffe zu folgen - trat er nach einer dreijährigen Unterbrechung 1970 wieder in den Ring.

Und schlug sich wacker.

 

Und wurde wieder Weltmeister.

 

Auch John Travolta tanzte nur einen Sommer lang als schmaler Jüngling durch die Discowelle, bevor kein Mensch mehr seine Tanzfilmchen sehen wollte. Nach einer langen Durststrecke meldete er sich - deutlich an Format gewonnen - 1994 im Meisterwerk "Pulp Fiction" zurück. Propper philosophierte er über Hamburger in Paris.

Und dreht seitdem einen Erfolgsstreifen nach dem anderen.

 

Woran auch seine Gefolgschaft der dubiosen Sekte "Scientology" nichts ändern kann.

 

Man sollte auch die Geschichte eines Verteidigungsministers der Bundesrepublik Deutschland nicht vergessen. Er war sehr populär, selbstbewußt und eigensinnig. Ein Bayer mit zurückgekämmtem Haar, der als Lichtgestalt der bayrischen Staatspartei - der CSU - galt und sich unangreifbar wähnte. Doch dann wurde er beim dreisten Lügen erwischt (nicht die Lüge war das Verwerfliche, sondern selbstverständlich, daß er sich dabei erwischen ließ). Erst leugnete er, dann geriet er zunehmend unter Druck seitens der Öffentlichkeit.

Aber bevor er mit Schimpf und Schande vom Hof der Koaltion gejagt wurde, trat er lieber fast so etwas wie freiwillig von seinen Ämtern zurück.

 

Und das Volk weinte ihm bittere Tränen nach. 

 

Dann aber begann sein Stern wieder zu leuchten, er wurde erneut Minister auf Bundesebene, dann sogar Kanzlerkandidat. Allerdings entschied er sich dann doch dafür, bayrischer Landesvater zu werden, wo er eine breite Bugwelle hinterließ, als er unvermutet standesgemäß zur Wies'nzeit auf ewig abberufen wurde.

Sein Name bringt noch immer vor allem im Süden Augen zum Leuchten.

 

Und wer nun gedacht hat, es wäre von Herrn zu und von (oder ungekehrt) Guttenberg die Rede, der irrt: Der Wiederkommer, der Meister aller Stehaufmännchen hieß Franz-Josef Strauß (Doktor, wenn auch ehrenhalber, soviel Zeit muß sein) und hat immerhin einen Flugplatz benamt (wenn auch seine Nachfahren seinen Anforderungen an Strahlekraft nicht ganz erfüllen konnten und den Ruf ein wenig beschädigten).

Ja, so kann es gehen.

 

Und, ich wette darauf: So wird es auch diesmal gehen.

 

2013 Kanzlerkandidat, dann absolute Mehrheit (aber als Ministerpräsident von Bayern). Oder doch Kanzler einer großen Koalition, mit einer Außenministerin Roth?

Und noch ein paar Ehrendoktorwürden als Fußnote der Geschichte.

 

Aber eines wird er wohl nie werden: Wissenschaftsminister.

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