Die mediale Wirklichkeit verlangt, daß Schriftsteller ihre Werke auch außerhalb dieser wohlformuliert kommentieren und auch sonst allerhand Hochstehendes zu sagen haben. Schließlich wählt der Autor die Sprache als sein Medium, der Welt Bedeutendes zu erzählen, daher muß er auch mit dem gesprochenen Wort virtuos umgehen können. Anders als der Maler, der das Bild als Mittel seines Weltbildes wählt und somit in der mündlichen Erläuterung gewissermaßen das Bild in die Sprache übersetzt. Auch der Komponist übersetzt bei mündlichen Erörterungen die Welt der Töne, Melodien und Harmonien und des Rhythmus in menschliche Sprache.

Aber warum sollte der Sprachkünstler außerhalb seiner Kunst beredt sein?

 

Ein guter Schreiber muß noch lange kein guter Redner sein (Und will das vielleicht auch gar nicht, seinen Kopf in jede Kamera halten.)

 

Und wäre jedes Wort nicht nur eine Wiederholung, allenfalls eine Zusammenfassung von etwas, was er ohnehin mit seinen Werken ausdrückt? Aspekte zu erläutern, die man aus den Worten herauslesen kann, erscheint wenig sinnvoll, denn wer diese Botschaft nicht herausliest, der wird sie auch anhand einer These kaum annehmen.

 

Während also Pinselschwinger und Akkordarbeiter wenigstens sich bei ihren Erläuterungen nicht ihrer eigentlichen Kunst bedienen, bedient der Wortklauber sich schon in seinen Werken mit dem Wort.

Und das ist für viele untrennbar mit dem Inhalt des Wortes verbunden.

 

Von der bildenden Kunst wie auch von der tönenden erwartet man nichts anderes, als daß sie etwas mit ihrer Kunst ausdrücken, was sie ansonsten nicht in Worte fassen können. Vom Wortkünstler erwartet man, daß er seine Kunst auch mündlich erschaffen kann.

Das ist nicht notwendigerweise der Fall.

 

Und sollten einem Bilder wie Musikstücke als auch Bücher nicht auch dann gefallen, wenn man nichts darüber weiß, was der Urheber Bedeutendes dazu gesagt hat?

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