Die Dingsstorm-Debatte rauscht gerade durch das Gezwitscher. Als Aufschrei wollen Frauen ihre Anklage gegen sexuelle Belästigung verstanden wissen. Das ist sicher ein ernstes und wichtiges Anliegen. Ungehöriges Verhalten gegenüber Damen ist nicht hinzunehmen. Ich schäme mich für meine Geschlechtsgenossen, wenn sie dem anderen Geschlecht auf die Pelle rücken und hierbei deren Widerwillen bewußt ignorieren. Allerdings sollte man sich den Blick nicht darauf verstellen, daß es täglichen Sexismus auch und gerade von Frauen gibt. Ich persönlich empfinde gerade sehr offenherzige Kleidung oftmals als unangemessen und belästigend.

Und man sollte in diesem Falls auch nicht behaupten, das sei doch eher als angenehm und schön zu werten.

 

Der Chef, der seine Sekretärin mit Anzüglichkeiten belästigt, findet sich selbst auch unwiderstehlich. 

 

Das soll selbstverständlich auch keine Aufforderung oder Rechtfertigung von männlichem Sexismus sein. Nach dem Motto: Die vergewaltigte Frau hat durch ihre Kleidung zur Tat aufgefordert. Hier soll nicht der üble Sexismus machohafter Gockel bagatellisiert werden. Aber wenn man schon eine solche Diskussion anstößt, sollte man durchaus auch das ganze Ausmaß an Sexismus ansprechen und sich nicht nur auf die eigene Sichtweise versteifen und Probleme im eigenen Lager verschweigen. Tiefe Dekolletés, superknappe Minniröcke, Nabelschauen, gar sichtbare Slips und fußhohe Absätze, dem kann man sich kaum entziehen. Klar, man kann bewußt wegschauen. Aber unangemssene Anzüglichkeiten könnte man auch ignorieren. Aber sie entehren den Adressaten, wenn er sie bewußt ignorieren muß.

Und das gilt für sexistische Kleidung genauso.

 

Ich werde die Welt nicht ändern. Aber ich muß mir auch nicht alles gefallen lassen. Ich würde in meiner Nähe auch männlichen Sexismus nicht dulden.

Aber weiblicher Sexismus sollte auch nicht unerwähnt bleiben.

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