Man glaubt es nicht, wieviele weibliche Serienkillerinnen (und auch wieviele Webseiten zu diesem Thema) es weltweit gibt. Denkt man an Seriengewalttäter, fallen einem vor allem männliche Vertreter dieser Spezies an Verbrechern ein. Aber schon schnell stößt man im Netz auf eine große Anzahl von Damen, die mehrere Menschen auf dem Gewissen haben. Sie stellen etwa 15 % dieser Reihentäter. Darunter sind einige, die ihre Mitmenschen mit Gift ins Jenseits befördert haben, aber auch mit Waffen oder auch bloßen Händen töten Frauen zuweilen.

Das schwache Geschlecht ist kein solches.

 

Wenn man sich aber die Gesichter betrachtet, findet man in ihren Augen oder auch in ihrer Mimik keine Anzeichen für ihre Untaten. Hier bricht sich die Menschenkenntnis, die man in sich selbst vermutet, mit der Realität. Selbst bei solch extremen Schandtaten sieht man nichts Ungewöhnliches im Antlitz der Damen, zuweilen wirken sie eher sympathisch, zumindest vertrauenserweckend.

Es wundert einen nicht, daß auch ihre Opfer keinen Argwohn schöpften und sich friedlich vergiften ließen.

 

Serienmörder zeichnen sich dadurch aus, daß sie einzelne (mindestens 3) Personen  unabhängig voneinander  töten (anders als etwa Amokläufer) und nicht unbedingt eine wie auch immer geartete Beziehung zu ihren Opfern haben. Manche sehen Serienmörder nur als solche an, wenn sie mindestens 3 (Andere: Mindestens 2) Personen unabhängig voneinander an verschiedenen Orten (wobei dann bekannte Serienmörder, die immer am selben Ort morden, nicht darunter fielen) mit einer "Abkühlperiode" dazwischen verstehen (ohne zu sagen, was das genau sei und wie lange sie dauern solle). Zuweilen wird auch geschrieben, daß alle Serienmörder folgende Kennzeichen haben sollen:

1. Eine Kopfverletzung in der Kindheit (durch Unfall oder auch durch Krankheit, etwa Meningitis).

2. Eine schwere Kindheit (mit problembeladenem Elternhaus oder traumatischen Erfahrungen).

3. Schlechtes Erbgut (wobei dies kaum erforscht und eine reine Behauptung darstellt, die sich aus der Biografie der Eltern erschließen soll).

Wie man sieht, ist die Definition schwierig.

 

Ich meine: Drei Ermordete, die nicht durch dieselbe Tat (gekennzeichnet durch unterschiedliche Tatzeiten) dem Täter zum Opfer fallen, sind für einen Serienmord die Mindestzahl. 

Ansonsten wird der Begriff "Serie" nicht erfüllt.

 

Ich habe nunmehr beschlossen, ein Dutzend von ihnen zu portraitieren, großformatig (jeweils 60x80 cm), in schlichtem schwarz-weiß, gemalt mit schlichter Dispersionsfarbe. Ich habe dabei jeweils ein Foto als Vorlage  genommen (Ich habe NICHT direkt auf das Foto gemalt) und im Stile der Pop-Art lediglich flächig die Ansichten in Helligkeitsstufen zerteilt (Ein Beispiel für die Malweise - ein Eigenportrait - füge ich hier an. Nur zur Klarstellung: Ich bin KEIN Serienkiller!).

Michael

Das Ganze soll nicht der Verehrung der Damen dienen. Man sollte nicht außer Acht lassen, wieviel Leid diese Unmenschen über Menschen gebracht haben - und damit sind nicht nur die Opfer selbst, sondern auch deren Angehörigen gemeint. Ich will vielmehr darauf aufmerksam machen, wie harmlos auch extrem gefühlskalte Psychopathinnen, denen jede Form von Empathie für die Belange anderer abgeht, aussehen können. Man meint doch, mit ein bißchen Menschenkenntnis in ihren Augen die perversen Abgründe ihrer Taten erkennen zu können: Aber weit gefehlt.

Menschenkenntnis scheint überschätzt zu sein.

 

Momentan arbeite ich an Nummer 11 der (auch insoweit sind die Täterinnen Teil einer) Serie. In den folgenden Tagen werde ich jeweils eines der Bilder hier ins Netz stellen und ein wenig zum Werdegang der jeweilig Abgebildeten erzählen.

Wenn die Serie fertig ist, plane ich eine Ausstellung mit Vernissage.

 

Anmerkung: Diese fand endlich vom 2.2. - 28.2.13 im Restaurant "Schwedenschimmel" in Ingolstadt statt. Siehe dazu folgendes Vidoe, das Gernot Nickel von der Vernissage gemacht hat. Herzlichen Dank nochmal dafür!

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