Jedes Jahr ist man wieder erstaunt, daß Millionen Autofahrer vom Wintereinbruch überrascht werden und eilig Winterreifen ordern. Und zwar so viele, daß es jedes Mal, wenn die ersten Schneeflocken auf die Straßen schweben, einen Engpass gibt. Vorausschauend sollte man doch fahren, das lernt man schon in der Fahrschule. Aber soviel Vor-Sicht ist dem deutschen Benzinkutscher offenbar fremd.

Aber noch einen Mangel gibt es regelmäßig.

 

Schneeschaufeln sind derzeit ausverkauft.

 

Ja, man glaubt es kaum, aber solche ein Allerweltsartikel, den man doch eigentlich auch mehrjährig nutzen kann, wird knapp, wenn sich die Menschen gewahr werden, daß man das weiße Zeug zur Winterzeit auch von den Gehwegen kratzen muß. Und alle kaufen, bis keine mehr vorrätig sind.

Was lernt man daraus?

 

Man sollte jetzt in Schneeschaufeln investieren.

 

Die Schneeschaufel-Aktien dürften steigen, die Bildung eines Schwarzmarktes (paradox angesichts der weißen Pracht) ist unvermeidbar. Auf Raststätten werden aus Kofferräumen illegal Schneeschaufeln zu Wucherpreisen angeboten, die vom Schneeräumer gefallen sind. Schneeschaufeln sind wertvolle Güter, die unbedingt geschützt werden müssen, damit sie nicht gestohlen werden. Am besten, man packt sie in einen speziellen Schneeschaufeltresor.

Allerdings sollte man nicht gerade jetzt kaufen.

 

Sondern natürlich im Sommer, wenn die Allgemeinheit am wenigsten daran denkt.

 

Zusammen mit Winterreifen. Gut lagern und sich auf den Winter freuen.

Dann ist man ein reicher Mann. Wenn der Winter mitspielt und nicht doch noch die Klimaerwärmung eintritt. Wollen wir es nicht beschreien, das ist sicher eine reine Erfindung der Schneeschaufelhersteller. Endlich ein Grund, der Klimakonferenz viel Erfolg zu wünschen.

 

 

 

PS: Wem die Satire bekannt vorkommt, der mag bei ihrer Entstehung dabei gewesen sein?

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