Ein paar Ereignisse aus der jüngsten Zeit:

 

1. Eine gehbinderte Dame wird daran gehindert, mit ihrem Rollstuhl ein Geschäft zu betreten. Sie hantelt sich auf ihren Krücken in den Laden, und, als sie wieder heraus kommt - ist ihr Rollstuhl weg. Tage später findet man diesen in einem Straßengraben wieder.

 

2. Aus einer Kirche werden Kirchenglocken entwendet. Riesige Glocken, die seit langer Zeit hoch oben im Kirchturm hängen.

 

3. Verwaiste Eltern, die ihr Kind bei einem Verkehrsunfall verloren haben, suchen am Jahrestag des Unglücks ein Marterl auf, das sie an der Unfallstelle aufgestellt haben. Sie müssen feststellen, daß jemand die elektrischen Kerzen entwendet hat, die die Erinnerung an den Verstorbenen wachhalten sollen. Tatzeitpunkt muß der erste Weihnachtsfeiertag gewesen sein.

 

In was für einer Welt leben wir mittlerweile, daß die Sitten so verrauht sind? Haben die Menschen nicht einmal mehr ein Mindestmaß an Respekt? Diebstähle sind nun ja per se nichts Wünschenswertes, aber sollten nicht sogar Diebe ein gewisses Mitgefühl für andere Menschen haben? Sollte es nicht sogar für Langfinger eine Grenze geben, die sich achten? Vor allem, wenn man etwas stiehlt, das man offensichtlich gar nicht gebrauchen kann (wie im Falle der Rollstuhlfahrerin).

 

Oftmals meint man, es ginge doch bergauf mit der Menschheit. Zunehmend wird ein Bewußtsein geweckt für den Umweltschutz, für Hunger und Elend und der Welt, für Kriegs- und Krisengebiete. Aber wie kann man auf derart hohe Ideale bauen, wenn selbst in der näheren Umgebung, wo die Not kaum so groß sein kann, daß man keinerlei Astand mehr kennt, so manchem Zeitgenossen die innere Stimme fehlt, die ihm zumindest in eindeutigen Fällen sagt, daß es so nicht geht?

 

Oder soll man die Hoffnung nicht aufgeben? Die Hoffnung auf eine bessere Welt - und damit bei sich anfangen, indem man kein Fleisch mehr ißt und Energie spart, in der man hellhörig auf die Belange der Anderen achtet und hilfsbereit seinen Mitmenschen zu Seite steht?

Wofür das alles? Für Unmenschen, denen alles egal ist?

 

Die Hoffnung stirbt zuletzt? Naja, jedenfalls nach dem Anstand.

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