Dorothea Punte Dorothea Helen Puente wurde am 9.1.1929 in San Bernadino County, Kalifornien als Kind armer Baumwollpflücker unter dem Namen Gray geboren. Ihr Vater starb an Tuberkulose, als sie acht Jahre alt war, nur ein Jahr später starb auch ihre Mutter bei einem Motorradunfall. Sie kam dann in ein Waisenhaus, bis sie von Verwandten aufgenommen wurde. Als sie 16 war, heiratete sie das erste Mal, einen Soldaten, mit dem sie zwei Kinder hatte. Eines davon ließ sie bei Verwandten aufziehen, das andere gab sie zur Adoption frei. 1948 hatte sie eine Fehlgeburt. Daraufhin wurde sie von ihrem Ehemann verlassen. Sie wiederum erzählte allen, die es hören wollten, daß ihr Mann gestorben sei. Sie soll überhaupt jemand gewesen sein, der es mit der Wahrheit nicht so genau nahm. So begann sie nun, Schecks zu fälschen, wofür sie zunächst für 6 Monate ins Gefängnis kam. Kaum aus dem Gefängnis, wurde sie erneut schwanger, gab aber auch dieses Kind zur Adoption frei. Nicht lange danach heiratete sie erneut, wobei diese Ehe zwar turbulent gewesen sein soll, aber immerhin 14 Jahre hielt. 1960 wurde sie erneut für 90 Tage eingesperrt, weil sie ein Bordell betrieben hatte.

Anschließend arbeitete sie als Krankenschwester in einem Heim für ältere Menschen.

Auf den Geschmack gekommen, begann sie, selbst solche Pensionen zu betreiben, in denen sie vor allem sozial Schwache aufnahm. 1966 wurde sie geschieden und heiratete zum vorletzten Mal, einen 19 Jahre jüngeren Mann. Sie hatte inzwischen eine Pension in Sacramento mit insgesamt 16 Zimmer eröffnet.

Dort sollten dann auch die Verbrechen geschehen.

 

1976 heiratete sie einen gewaltätigen Alkoholiker, wobei diese Ehe nur wenige Monate hielt. Sie hatte auch begonnen, ihre Zimmer an Außenseiter der Gesellschaft zu vermieten, oftmals Obdachlose und psychisch Kranke. Die Behörden waren nicht undankbar, einen Zufluchtsort (oder soll man sagen: Eine Abgabestelle?) für schwierige Fälle zu haben, wo die Menschen nicht nur unterkamen, sondern die Inhaberin sogar noch deren Sozialschecks für die Bedürftigen verwaltete, weil diese Menschen selbst mit Geld nicht so gut umgehen konnten. Immer wieder verschwanden auch Personen, aber das erklärte Frau Puente damit, daß diejenigen kurzfristig ausgezogen seien mit unbekannten Ziel. Das wiederum war im warmen Kalifornien nicht auffällig, weil man dort rund um das Jahr auch im Freien schlafen kann. Schließlich waren die Gäste keine Gefangenen. Frau Puente scheint auch die Gabe gehabt zu haben, selbst geschulte Sozialtherapeuten zu täuschen, so daß niemand Verdacht schöpfte. Selbst als mehrfach von verschiedenen Menschen im Garten gegraben wurde, wobei auch diese dienstbaren Geister zuweilen verschwanden (Wie Geister eben verschwinden). Einmal gab sie eine Kiste in Auftrag, die etwa die Ausmaße eines Sarges hatte. Diese sollte für Bücher sein. Als sie fertig war, wurde der Schreiner gebeten, doch die Kiste noch mit schwerem Inhalt zu transportieren. Auf der Fahrt zum Bestimmungsort fiel Frau Puente jedoch plötzlich ein, daß es besser wäre, die Kiste überhaupt zu entsorgen und bat darum, zum nächsten Müllabladeplatz zu fahren.

Dort lud der Handwerker die Kiste aus, ohne Fragen zu stellen.

 

Aber auch sonst fiel niemandem etwas auf.

 

Als 1988 einer engagierten Sozialbetreuerin jedoch gesagt wurde, daß ein besonders lebensuntüchtiger Mann von sich aus ausgezogen sei, informierte diese die Polizei.  Nachdem bereits eine Anzeige gegen Frau Puente wegen Diebstahls vorlag, schaute ein Polizeibeamter einmal ganz unverbindlich in der Pension vorbei und bat, das Haus durchsuchen zu dürfen. Er fand nichts, nur eine Pillenschachtel mit einem Namen, deren Namensträgerin nicht im Heim wohnte (Genau genommen war sie im Garten). Frau Puente gab vor, daß es sich hierbei um eine ihrer Verwandten handelte. Auch war dem Beamten aufgefallen, daß frisch im Garten gegraben worden war und er bat um die Erlaubnis, dort auch einmal graben zu dürfen. Ohne zu zögern wurde ihm diese Bitte von der Hausherrin gewährt. Schon nach wenigen Spatenstichen legte der Polizist ein Gerippe frei. Und zeigte dieses auch der Dame, die sichtlich bestürzt zu sein schien. Sie ließ es selbstverständlich auch zu, daß weiter gegraben würde, worauf man auf weitere Leichen stieß, insgesamt neun. Inzwischen hatte die Spurensicherung das Gelände abgeriegelt, aber die Nachricht hatte sich schnell verbreitet. Vor dem Anwesen standen die Nachbarn und Vertreter der Presse und verfolgten aufmerksam, was dort vor sich ging.

Weil die ältere Pensionswirtin von alle diesen Ereignissen erschöpft schien und einen Kaffee trinken wollte, geleitete sie ein Mitarbeiter des Sheriff-Büros zu einem Café auf der anderen Straßenseite.

Dort ließ man sie allein.

 

Allerdings kam sie nicht zurück.

 

Sie freundete sich mit einem Rentner an, der sie aber auf Fahndungsfotos erkannte. In einem langen Prozeß wurde sie 1993 mit großem Aufwand zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe ohne Aussicht auf Bewährung verurteilt, allerdings nur wegen 3 nachgewiesener Morde. Zum Tode wollte man eine solch betagte Dame nicht mehr verurteilen. Der Psychologe im Prozeß nannte sie "Comfort killer", also jemanden, der mordet, um seinen Lebensstandard aufrecht zu erhalten.  Ihr Durchschnittsverdienst soll mithilfe der Gelder vom Sozialamt 5000,-  $ im Monat gewesen sein. Sie soll eine Schwäche für teure Parfüms und stillose Seidenkleider gehabt haben.

Als sie gefaßt wurde, hatte sie ihr Gesicht liften lassen.

 

Im Gefängnis knüpfte sie Kontakte zu einer Journalistin, mit der sie ein Kochbuch herausgab mit dem bemerkenswerten Titel: "Cooking With A Serial Killer". Ob die dazu benötigten Ingredigenzien allesamt zu mehr Wohlbefinden, bleibt dahingestellt. Aber selbstverständlich auch wurde mehrere Reportagen über die Mörderin erstellt. Nicht zu vergessen ist eine besondere Erwähnung in dem oscarprämierten Hollywood-Film "No Country For Old Men".

 

Ich habe mich gleich zweimal an ihr versucht. Der erste Versuch geriet mir zu dunkel, ich wollte sie gerne menschlicher halten. Hier dennoch die Version 1.0: Dorothea Punte

Und so sah die Dame während ihres Verfahrens aus: Puente2

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