Bei der Wachablösung an der Spitze des Verteidigungsministers hat man es wieder gesehen, worum es in der Politik geht. Es geht weniger darum, den fähigsten Mann an die geeignete Stelle zu setzen, sondern vor allem darum, den Status Quo zu wahren.

Und der heißt: Proporz.

 

Denn man mußte wieder einen Mann nehmen, nachdem einer ausgeschieden war. Und dieser mußte wieder aus der CSU stammen, weil auch der ausgeschiedene dieser Partei angehörte (das mag noch angehen, weil es sich ja angeblich um einen Koalition handelt). Aber es mußte als Ersatz unbedingt wieder ein Franke nachrücken, da auch Herr von und zu Guttenberg aus dem nördlichen Bayern stammt. Was, wenn ein Schwabe oder gar ein Oberbayer kompetenter erschienen wäre? Egal, Hauptsache, der Proporz ist gewahrt. Da mag die schwäbische oder niederbayrische Schule geeignete Innenminister en gros produzieren, es muß auf Biegen und Brechen wieder ein Franke her.

Es gibt wohl übergeordnete Gesichtspunkte, die die Eignung allein wegen der Fähigkeiten deutlich überlagern.

 

Proporz ist wichtiger als alle sonstigen Qualifikationen zusammen.

 

Warum klingt das Wort eigentlich so ähnlich wie ein Furz?

Das wird schon seine Gründe haben.

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