100 1268Louise Peete wurde am 20.9.1880 als Lofie Louise Preslar geboren, sinnigerweise in Louisiana. Sie kam aus einer reichen Familie und wurde auf eine teure Privatschule geschickt. Diese mußte sie leider aufgrund ungebührlichen Betragens verlassen. 1903 heiratete sie einen Vertreter und reiste mit ihm durch die Vereinigten Staaten. Nachdem er aber 1906 seine Frau mit einem anderen Mann in flagranti ertappte, beging er zwei Tage später Selbstmord.

Das sollte nicht der letzte Selbstmord eines Ehemannes bleiben.

 

Seine Witwe verdingte sich dann als Prostituierte (und bestahl auch ihre Kunden) in Waco und lernte dort stilsicher einen Ölbaron kennen. Nur eine Woche später fand man diesen erschossen in seinem Appartement vor. Auch war sein ganzer Schmuck verschwunden, dieser wurde allerdings nicht bei der Verdächtigen gefunden. Frau Peete wurde angeklagt, behauptete aber, sich nur gegen eine versuchte Vergewaltigung gewehrt zu haben. 

Prompt wurde sie freigesprochen.

 

Glück muß man haben.

 

1913 heiratete sie wieder, aber auch dieser Mann beging Selbstmord. Aber schon 1915 wagte sie es zum dritten Mal. Aus dieser Verbindung ging 1916 eine Tochter hervor. Sie verließ ihre Familie und zog 1920 nach Los Angeles. Sie lernte auch schnell wieder jemanden kennen - erneut einen wohlhabenden Ölmagnaten - und zog zu ihm. Kaum eingezogen, verschwand der Hauseigentümer spurlos. Fragen nach ihm wurden von Frau Peete nur unzureichend erklärt. Sein Anwalt ging daher zur Polizei und diese zu seinem Haus, wo er doch noch anzutreffen war, allerdings tot im Keller vergraben.

Er war erschossen worden. 

 

Frau Peete allerdings ließ sich nicht mehr finden.

 

Sie wurde per Haftbefehl gesucht, bei ihrem dritten Ehemann gefunden und 1921 wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Das veranlasste auch ihren dritten Ehemann, sich das Leben zu nehmen. 1936 wurde sie auch aufgrund des Engagements einer Bewährungshelferin entlassen. Ihre besten Jahre lagen hinter ihr, sie konnte sich nicht mehr als Liebesdienerin verdingen. Daher arbeitete sie erst im Haushalt einer älteren Dame und nach deren Tod ausgerechnet im Hause der Bewährungshelferin.

Auch diese verstarb, und zwar 1943.

 

Angeblich waren beide Damen eines natürlichen Todes gestorben.

 

1944 heiratete sie erneut und arbeitete wieder als Haushaltshilfe im Haus eines älteren Ehepaares. Im selben Monat verschwand die Hausherrin. Dies erklärte Frau Peete damit, daß der demenzkranke Hausherr diese in die Nase gebissen hätte und sie sich einer Schönheitsoperation unterziehen würde. Dem Mann aber erzählte sie, daß seine Frau im Krankenhaus sei und er sie dort nicht besuchen könnte. Der Hausherr wurde in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, wo er sechs Monate später alleine verstarb. Als Ende 1944 gefälschte Schecks mit dem Namen der angeblich ausgezogenen Hausherrin auftauchten, durchsuchte man das Haus und fand die angebliche Urheberin der Schecks im Keller vergraben. Auch sie war erschossen worden.

Diesmal wurde nicht nur Frau Peete, sondern auch ihr vierter Mann des Mordes angeklagt.

 

Letzterer wurde zwar freigesprochen, aber nahm sich anschließend das Leben (insgesamt also der vierte Selbstmord eines Ehemannes).

 

Die Mörderin aber versuchte, die Schuld auf ihn abzuwälzen, was ihr aber nicht gelang. Sie wurde zum zweiten Mal in ihrem Leben wegen eines Kapitaldeliktes verurteilt, diesmal aber zum Tode. Sie wurde am 11.4.1947 in der Gaskammer des berüchtigten Staatsgefängnisses von San Quentin hingerichtet.

 

Wenn man ihr Leben verfolgt, so fällt auf, daß sie meist eine Spur der Verwüstung hinterließ. Und offenbar keine Empathie für ihre Taten empfand. Das könnte ein Hinweis darauf sein, daß es auch weibliche Psychopathinnen geben könnte (was die Wissenschaft immer bezweifelt hat, aber mittlerweile nicht mehr ausschließt). Auch fällt in ihrer Biographie auf, daß offenbar die übliche schwere Kindheit fehlt. Das wiederum könnte ein Hinweis auf genetische Veranlagung sein.

Wobei man sich nicht sicher sein kann, daß es kein auslösendes Ereignis gibt.

 

Sie hat es immerhin zum Vorbild einer "Dragnet"-Folge gebracht.

 

So sah sie in jüngeren Jahren aus, während ihres ersten Prozesses: peete3

Irgendwie erinnert sie dann doch ein wenig an Frau Klimek (das mag aber auch ein Irrtum oder Zufall sein).

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