Wenn man die immer wieder beliebten Nostalgiesendungen im Fernsehen ansieht, die alte, deutsche Schlager, alte deutsche Fernsehsendungen oder Geschichten, die die deutsche Presse über das Leben schrieb, wieder aufwärmen, fällt auf: Viele dieser Erinnerungsstücke sind einem völlig unbekannt. Es sind diejenigen, die den jeweils anderen Teil Deutschlands betreffen. Die Ostdeutschen (geographisch bleiben sie das) kennen vermutlich viele Dinge nicht, die sich im Westen zugetragen haben, wie auch umgekehrt die Westdeutschen so manches aus der ehemaligen DDR nicht mitbekommen haben (wenn sie sich gelegentlich Ostfernsehen angetan haben).

Beide Teile zu erzählen, ist Folge der Wiedervereinigung.

 

Allein: Es sind dann keine Erinnerungen mehr, es sind Informationen.

 

Aber, seien wir ehrlich: Weder Schlager, noch Fernsehsendungen aus der Vergangenheit sind wirklich von hohem Wert, als daß man sie wieder und wieder erleben müßte. Sie ziehen ihren Wert meist daraus, daß sie Teil der eigenen Vergangenheit sind, an die man sich damit wieder zurückerinnert.

Was aber nicht für diejenigen Dinge gilt, die sich nicht im "eigenen" Teil Deutschlands zugetragen haben.

 

Fundstücke aus überwundener Zeit, die man nicht während ihrer Aktualität mitbekommen haben, haben für einen selbst keine Bedeutung. Deutschland mag zusammenwachsen, die Erinnerungen aber sind getrennt. Erinnerungen wachsen auch nicht zusammen, weil sie nicht zusammen gehören. An etwas, was man nicht mitbekommen hat, erinnert man sich nicht.

Und das verleidet einem die Nostalgie zuweilen.

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