Alles hat mindestens zwei Seiten, zuweilen auch mehr. So ist für die einen der Herbstnebel Zeichen für Kälte, Nässe und Unbehaglichkeit. Man geht ungern aus dem Haus, wenn man die Hand kaum vor Augen sieht.
Man friert und würde am liebsten gar nicht aus dem Bett kommen.

Für andere hat der Nebel etwas Romantisches. Er läßt die Konturen verschwinden wie ein Weichzeichner (und das ganz ohne Computer). Er macht Lichtkegel sichtbar, wo man sonst nur die Lichtquelle und beleuchtete Objekte gesehen hat. Aber nun kann man das Licht selbst, gewissermaßen als Gegenstand, sehen. Überall streut sich flüssiges Licht und gibt dem Raum um einen herum bizarre Strukturen.
Wie der Bühnenaufbau eines Märchens oder eines Filmes.

Und das ganz umsomst, mit sich selbst als Hauptdarsteller.

Man kann den Herbst verfluchen. Man kann sich aber in das Unvermeidliche fügen und ihm noch eine schöne Seite abgewöhnen.
Für manche ist das zum abgewöhnen.

Für andere hat jede Jahreszeit ihre schöne Seite.
Man muß sie nur wahrnehmen.

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