Ein Preis für das Lebenswerk, der Taten belohnt, die noch gar nicht geleistet wurden, das ist der so genannte Friedensnobelpreis. Früher war das anders: Da stand der Preis vornehmlich für blutrünstige Politiker, die zu Ende ihrer Amtszeiten weniger blutrünstig waren. 
Und weniger Menschenleben vom Schreibtisch aus beendet haben.

Das war schon einen hochdotierten Preis wert.

Preise an nordkoreanische Minister und amerikanische Außenminister für ihre Beiträge am Vietnamkrieg, für amerikanische Präsidenten für Leistungen auf den Schlachtfeldern der Welt und für Politiker aus dem nahen Osten für unerbittliche Auseinandersetzung auf dem Rücken der Zivilbevölkerung stießen weltweit auf Unverständnis.
Oder auf Verständnis, wenn man den Preis für Friedensstifter anders interpretierte.

Menschen, vor denen man altersbedingt bald Frieden haben würde. 

Preise für den Dalai Lama, von Ossietzky, Brandt oder Madela allerdings trüben dieses Bild. Für friedliebende Idealisten, die überhaupt nicht weniger militaristisch werden konnten, erscheinen unter diesem Gesichtspunkt die Verleihung des Nobelpreises deplatziert. 
Aber wollen wir hoffen, daß diese Entgleisungen in der Zukunft ausbleiben mögen.

Ein erster Anfang ist gemacht.

Denn wenn der amtierende Präsident der USA seine vollmundigen Versprechen nicht einlöst (für was manches spricht), dann fragt sich, wofür die Auszeichnung überhaupt steht. 
Immerhin tut sie niemandem weh.

Und das ist auch ein wichtiger Aspekt des Friedens. 



PS: Sollte der Friedensnobelpreis Herrn Obama dazu führen, daß amerikanische Truppen aus Afghanistan abgezogen werden (und nicht Bündnispartner dazu "gebeten" werden, ihr Kontingent zu erhöhen), dann widme ich meinen dann nächsten Blog einer ausführlichen Entschuldigung beim amerikanischen Präsidenten und der schwedischen Jury. 
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