Ein weiterer der in dieser Welt nicht seltener Paradoxen wurde jüngst durch die Integrationsdebatte kreiert: Man beklagt, daß hauptsächlich ungebildete Zuwanderer kämen und nicht die lieber gesehenen Gebildeten. Letztere könnte unsere Wirtschaft gut gebrauchen. Allerdings gibt es sie, die Akademiker mit Migrationshintergrund. Zuweilen haben sie ihre Ausbildung in unserem Lande erfahren, sind erfolgreich in ihrem Beruf und auch gut integriert, sprechen unsere Sprache mit regionalem Akzent. Allerdings nimmt gerade diese Vorzeigegruppe die geäußerten Ressentiments gegen Migranten mit großem Unbehagen zur Kenntnis.

Mehr noch: Sie überlegen, ob sie dieser Atmosphäre aus Vorurteilen nicht besser entfliehen, indem sie ausreisen.

 

Die von den Herren Westerwelle und Sarrazin heraufbeschworene Diskussion treibt also gerade die aus dem Land, die man gerne hier behielte.

 

Paradox, denn die, die dann übrig bleiben, sind genau diejenigen Migranten, denen nichts übrig bleibt, als hier zu bleiben. So bestätigen sich dann die Vorurteile, die so mancher Kleingeist gegen Migranten hat. Wäre es nicht besser gewesen, man hätte verzichtet, wegen einer Minderheit an nicht integrierten Sozialschmarotzern ein Schreckensbild an die Wand zu werfen, das als Folge die Integration der Integrierten, die man so dringend bräuchte, rückgängig macht? Man hat ihnen die Ausbildung bezahlt, nun fliehen sie vor den bösen Vorwürfen in ihr Herkunftsland, um dort das Bruttosozialprodukt zu steigern.

Die Deutschen haben es einfach drauf.

 

Andernorts dürfen nur gut Ausgebildete einreisen. Wir treiben nur gut Ausgebildete aus dem Land.

Wir sind kein Einwanderungsland.

 

Wir sind ein Auswanderungsland.

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