Tillie KlimekTillie Klimek wurde 1876 als Ottilie Gburk in Polen geboren. Als sie ein Jahr alt war, übersiedelten ihre Eltern nach Chicago, wo sie in dass Stadtviertel "Little Poland" zogen. Sie soll ein Mensch mit einem merkwürdigen Humor ("Sick sense of humour") gewesen sein, den sie insbesondere bei ihrem Strafverfahren immer wieder demonstrierte. Sie heiratete 1890 bereits im zarten Alter von 14 Jahren, also sehr jung. Ob die Ehe freiwillig geschlossen wurde oder auf Druck der "Erwachsenen" zustande kam, ist nicht bekannt.

Auch über die Kindheit bis zu diesem Zeitpunkt schweigen die Quellen.

Schon früh in dieser ersten Ehe begann sie der Legende nach, über Visionen zu erzählen, die den Todestag ihres Gatten betrafen, wohl, um den Mord an ihm vorzubereiten. Sie kaufte angeblich sogar vorher ein Trauerkleid und erzählte dem Verkäufer gegenüber, ihr Mann werde in zehn Tagen sterben. Just am prognostizierten Tag wurde der Ärmste überraschenderweise dann auch dahingerafft. Schon zwei Monate später heiratete sie erneut, gefolgt von einer erneuten, im wahrsten Sinn des Wortes selbsterfüllenden Prophezeihung. Der dritte Ehemann überlebte die Hochzeit um sechs Monate, der vierte um immerhin ein Jahr. Die Nachbarn begannen 1921 zwar zu reden über die ungewöhnliche Pechsträhne der mehrfachen Witwe, aber das hielt einen fünften Mann nicht davon ab, sein Glück mit ihr zu versuchen. Es dauerte auch nicht lange, da wurde er  ernsthaft krank, konnte aber gerettet werden. Seine Frau soll bereits vorher einen Sarg gekauft haben, da Särge gerade billig gewesen zu sein schienen.

Die Ursache der Beschwerden war schnell gefunden: Gift.

 

Auch, wenn sich dies nicht explizit aus meinen Quellen ergibt, ist zu vermuten, daß es sich um Arsen gehandelt hat, den Ausfallerscheinungen des letzten Ehemannes zufolge.

 

Die Polizei fand auch heraus, daß der tragische Tod gleich dreier Kinder einer Familie der Nachbarschaft ebenfalls Frau Klimeks Werk war. Diese Morde hatte sie aufgrund eines Streites mit den Eltern der jungen Opfer begangen. Mit ihr wurden auch verschiedene Freunde und Verwandte von Frau Klimek festgenommen, aber mitangeklagt wurde nur ein Cousin. Letzterem konnten aber Verbrechen nicht nachgewiesen werden.

Insbesondere kamen allein Frau Klimek die Lebensversicherungen zugute.

Den versuchten Mord an Ehemann Nummer fünf gab Frau Klimek zu, die anderen Taten leugnete sie. Der Prozeß wirbelte viel Staub auf und beschäftigte die Presse nachhaltig. Verwunderlich, wie wenig trotzdem heute über die Dame bekannt ist. Die breite Öffentlichkeit nahm intensiv Anteil am Schicksal der Mörderin - weniger an deren Opfern. Die Zahl ihrer Opfer wird insgesamt auf 20 geschätzt. Hinzu kommt - für Menschen, die Tiere höher einschätzen als Menschen besonders verwerflich - ein Nachbarshund, dessen Bellen sie störte.

Sie wurde zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt und starb im Alter von 60 Jahren 1936 im Gefängnis.

 

Von ihr ist nur ein einziges Foto im Netz zu finden, das meinem Bild möglicherweise nicht vollständig unähnlich sein könnte: Tillie Klimek

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