Man wehrt sich  nicht selten gegen unerwünschten Werberamsch. Wieviele Bäume müssen sterben, nur, damit ich meinen armen Briefkasten vollgestopft bekomme mit Angeboten, für die ich keinerlei Nachfrage (und eine solche auch nicht initiiert) habe. Wieviel Geld verschwenden Unternehmen, nur damit ich ihre überflüssigen Produktinformationen wütend in die Papiertonne knalle.

Hochglanzbroschüren, kann man die überhaupt recyceln?

 

Oder verunreinigen der Unternehmer und ich  sogar noch unschuldig weißes Papier?

Ein Tropfen Öl in eine Million Tropfen chlorfrei gebleichtes Schreibpapier?

 

Allerdings leben nicht alle Menschen in der analogen Realität. Aber keine Sorge, auch für diese hat die Werberamschproduktion  längst begonnen. Mag man gegen Schinkenspeck (neudeutsch: "Spam" genannt nach einem Sketch der englischen Komiker-Gruppe "Monty Python") noch Filter im Repertoire haben, die diese unerwünschten Werbemails gleich in den virtuellen Papierkorb (ohne die Möglichkeit der Wiederverwendung) umleiten, so sieht es mit der nächsten Welle an digitalem Müll schon anders aus.

Wer etwa bei Gesichtsbuch (auch "Facebook" genannt) ständig Anfragen von Bauernhöfen samt geschenkten Hühnern bekommt, der ist zuweilen gelinge gesagt enerviert. Aber auch die Gepflogenheit gerade jüngerer Mitglieder, die Pinwände fremder Menschen mit Kettenbriefen vollzuschreiben, stößt nicht immer auf Begeisterung.

Verbunden meist mit der Drohung, daß bei Nichtweitergabe Unglück und Pest über einen hereinbrechen wird.

 

Wenn man nicht mindestens 10 "Freunde" auch mit diesem Stumpfsinn belästigt (von denen man zwar viele, von den belästigten aber anschließend vielleicht auch weniger haben könnte).

 

Was also tun? Kettenbrieffilter sieht Herr Zuckerberg nicht vor. Schließlich ist die Kommunikation untereinander (mit der entsprechenden Werbewirksamkeit) gerade Sinn und Zweck des Gesichtsbuchens. Wer würde da auch seine Privatsphäre verletzt sehen, wenn er seine Freunde doch gerade nicht von der kollektiven Informationsmöglichkeit ausgeschlossen hat.

Oder einfach ignorieren?

 

Aber das macht man bei Werberamsch auch nicht.

 

Man kann aber auch eine böse Kettenbotschaft starten, die sich darüber lustig macht. Eine solche ist auch gerade im Umlauf. Für diejenigen, die sie noch nicht gesehen haben und die es interessiert, hier der Wortlaut:

 

♥ ♥ ♥ ♥ Kopiere diesen Scheiss an deine Pinnwand, wenn du jemanden kennst oder wenn du von jemandem gehört hast, der jemanden kennt oder jemand kennst, der jemanden kennen könnte. Wenn du niemanden kennst, oder von jemandem gehört hast, der niemanden kennt, kopier es trotzdem. Es ist extrem wichtig, diese Botschaft zu verbreiten! Und die scheiß Herzen, vergiss um Gottes Willen die scheiß Herzen nicht! ♥♥♥♥ (1)

 

Natürlich habe ich den Text schnell kopiert und an meine eigene Pinwand gepastet. Um dann zu beobachten, wie er sich wellenartig schnell über die Pinwände von Freunden verbreitet hat (auf deren eigenem Betreiben).

 

Ob das jeder lustig findet oder sich seinerseits belästig fühlt, ist allerdings schwer zu sagen.

 

(1) Zitat aus dem Netz, unbekannter Herkunft. Auch der Urheber ist mir leider unbekannt (Nicht, daß ich meinen nicht vorhandenen Doktortitel oder gar meinen nicht vorhandenen Ministerposten verliere).

 

 

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