Wer gedacht hätte, berühmt zu sein für fremde Leistung sei ein Phänomen in Zeiten privater Fernsehsender, der wird durch den Freitod von Herrn Sachs daran erinnert: Schon zu Zeiten, als es noch lediglich 3, damals sehr artige Programme gab, da konnte man schon mit ererbtem Geld und Kreativität allein durch die Art und Weise, wie man es verschwendete, in die Schlagzeilen geraten. Wenn man der Sproß einer Industriellenfamilie war, die durch technische Erfindungen und die Zeichen der Zeit unermeßlich reich geworden war, dann konnte man den schon damals immer auf der Suche nach Skandalen befindliche, gelbe Presse so manchen liefern. Indem man ungezügelten Geschlechtsverkehr mit geilen, vor allem aber geldgeilen Damen und eher unterbelichteten Schauspielerinnen nicht nur im stillen Kämmerlein auskostete, sondern vor allem öffentlich zelebrierte.

Auch ein Prädikat, wenn man noch im hohen Alter vor allem als Playboy angesehen wird, als sei es ein zweiter Vorname (interessant, wenn ein 78-jähriger noch als "Junge" bezeichnet wird).

 

Oder denkt man bei diesem Namen allen Ernstes an künstlerische Fotografie? An Dokumentarfilme?

 

Obwohl man ja auch - wieder eine fremde Leistung - Kunst gesammelt hat, bevor sie wertvoll war und auch damit Geld verdient hat (was in den Augen mancher allerdings als eigene Leistung angesehen wird). Jetzt drohte Herrn Sachs allerdings dann doch das Alter und eine schwere Erkrankung, allem Geld und Viagra zum Trotze. Und da beging er Selbstmord. Ein Mensch, der offenbar nur für die schönen Seiten des Lebens gerüstet war und sich den bitteren nicht stellen wollte.

Bitter aber, wenn man nun nur wieder eine Erwähnung in den Magazinen wert scheint, weil man und sich dem Leben versagt hat.

 

Was will uns das lehren? Daß alles vergänglich ist, sogar der eigene Anspruch auf ein Leben als einziges Vergnügen? Daß man bei allem Jugendwahn dem Alter nicht entkommen kann? Werden Herrn Sachs Kinder in seine Fußstapfen treten, als reiche Erben? Wie nahmen Herr Eden und Herr Hefner die Nachricht auf?

Oder kann einem das alles herzlich egal sein?

 

De mortuis nil nisi bene? Das bleibt der Grabrede vorbehalten, so man seitens der Kirche einem Selbstmörder eine solche auf Kirchengrund zugesteht.

 

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