Sind wir schon wieder so weit? Zu glauben, daß es ein "jüdisches Gen" gäbe? Wie die Rasseideologen der Dreißiger und Anfang der Vierziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Sehr zur Belustigung und auch zum Erschrecken des Restes der Welt wollte man damals tatsächlich weismachen, daß das Judentum keine Religion, sondern eine vererbbare Eigenschaft sei, die letztlich genetisch bedingt wäre. Das ist so dumm, daß es kaum einer wirklichen Gegenargumentation bedarf.

Oder kann ich mit Konvertierung zum mosaischen Glauben alle meine Körperzellen mit veränderten Genen ausstatten?

 

Werde ich das Judengen los, wenn ich mich taufen lassen und Christ werde?

 

Aber Herr S., der es auf unerklärliche Art und Weise in den Vorstand in einer größeren, staatlichen Einrichtung - der Bundesbank - brachte, scheint dieser Irrlehre anzugehören. Damit ist zweierlei bewiesen: Dummheit macht auch vor höheren Kreisen nicht Halt (wenn es denn überhaupt für diese These noch eines Beweises bedurfte). Und: Dummheit stirbt nicht aus. Da helfen weder Argumente, noch Medikamente, nicht einmal Genmanipulationen.

Und wenn schon nicht darauf Verlaß ist, daß sich eindeutige Erkenntnisse in Tatsachen durchsetzen, so kann man auf eines immer bauen: Auf die menschliche Dummheit.

 

Danke dafür, Herr Sarrazin.

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