Früher wohnte man gerne dem Umfallen eines Sacks Reis in China oder auch dem Aus-dem-Gleichgewicht-kommen eines Drahtesels bei, bekundete jedenfalls, gerne dabei sein zu wollen. Wenn man seinem Desinteresse Ausdruck geben wollte. Dabei gibt es mittlerweile dank des Internets kaum etwas, für was sich nicht eine Webseite finden ließe. Liebhaber auch für die entlegensten Bereiche finden sich weltweit, vereinzelt oder in gar nicht so geringer Menge, jedenfalls aber gibt es kaum etwas, was es nicht gibt.

So bietet eine Firma aus Idaho (wo man sonst nur Kartoffelsäcke umzufallen wähnt) an, Katzen online mittels eingerichteter Roboterarme zu streicheln. Eine Fernbedienung also für das Knuddeln von Haustieren. Für die ganz Faulen, für die selbst das analoge Streicheln seines Stubentigers zu anstrengend ist. Man fühlt das kuschlige Fell nicht mehr, aber muß auch nicht mehr irgendwelche Krankheiten fürchten, die Katzen angeblich zuweilen übertragen.

Wenn das Schule macht.

 

Irgendwann gibt es das auch für Menschen.

 

Männliche Spezialisten werden das auch zu nutzen wissen, die Roboterarme nicht mehr selbst zu steuern, aber damit die holde Weiblichkeit dennoch zu erfreuen. Wenn das kein Symbol dafür ist, Abstand zu halten von der wirklichen Welt. Wenn es auch bei aller Skurrilität noch originell wirken mag, so strahlt es auch einen Aufbruch in eine Welt der Distanz aus, die die Isolation der Menschen atmet.

Noch mag das viele Menschen soviel interessieren, als würde im Reich der Mitte ein textiles Behältnis mit einem Nahrungsmittel auf die Seite kippen.

 

Aber die Stimmung kippt auch, zugunsten des Desintesses an allem, was Nähe und Intimität anbelangt.

 

Unsere Enkel werden vielleicht belächeln, daß wir unsere Flohbeutel noch mit unseren Händen anfaßten.

Unfaßbar, die Alten.

 

Man wird uns alle mit Robotern im Altenheim streicheln, zu Weihnachten. Aus der Ferne.

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