Jimi Hendrix ist nunmehr 40 Jahre tot. Und immer noch gilt er so manchem als größter Gitarrist aller Zeiten. Es wurde sogar von einem ehernen Anhänger gefordert, ihn als größten Komponisten aller Zeiten anzuerkennen.

Und wenige widersprechen.

 

Wobei man vermutlich schon älter sein muß, damit einem dieser Name noch etwas sagt.

 

Alerdings tue ich mich persönlich mit dieser Lobhudelei schwer. Ich gestehe freimütig, daß mir eine Menge Gitarristen einfallen, die ich für vituoser, für besser und vor allem für bewegender halte. Daß ich seine Soli eher anstrengend finde, seinen Gitarrensound eher mäßg schön und seine Lieder eher schwach. Auch da fallen mir haufenweise Namen ein, die meiner Ansicht nach bessere Lieder geschrieben haben.

Wobei: Wenn er noch so bewegt, warum hört man ihn dann nicht mehr im Radio?

 

Tatsächlich liest man mehr über ihn, als daß man von ihm hört.

 

Die Feuilletons schwelgen in Lobpreisungen, die Musik allerdings schweigt eher im öffentlichen Raum. Manchmal sieht man in Nostalgie-Sendungen noch einen Ausschnitt seiner Version der amerikanischen Nationalhymne, eingebettet zwischen anderen Ausschnitten aus längst vergangener Zeit anderer, nunmehr weitgehend unbekannter Musiker. Aber ganze Stücke werden eher selten gespielt, selbst von Rocksendern.

Ein Jahrhundertgitarrist?

 

Das letzte Jahrhundert ist nun auch schon vorbei.

 

Und ob er als Interpret (fremder Kompositionen, etwa von Bob Dylan) den Ruf erhält, den etwa ein Paganini an der Geige inne hat, das bleibt noch abzuwarten. Ich aber werde, fürchte ich, zu diesem Ruf nichts beitragen .

Nichts beitragen können.

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