Nein, das ist nicht das, was man in der Regelschule bekommt, wenn man die neunte Klasse bestanden und nicht klein beigegeben hat. Es ist vielmehr das, was Herr Mixa momentan absolviert: Er gibt klein bei. Er wollte wohl so etwas wie die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (ein juristisches Instrument, die Lage vorher wieder herzustellen).

Das hat aber nicht so recht geklappt.

 

Sicher sollte man nicht den ersten Stein werfen (wobei man beim Steinewerfen insoweit nicht der Erste wäre), denn Menschen machen nun einmal Fehler, die man verzeihen sollte. Verzeihen ist gut. Aber das bedeutet nicht, das Verhalten auch gut zu finden.

Und Bischof sollte nicht jemand sein, dem man nur verzeiht, sondern, dessen Verhalten man auch gut findet.

 

Es sei daran erinnert: Die ganze Angelegenheit kam erst dann ins Rollen, als er vor laufender Kamera seine Unschuld bekundete. Hätte er von Anfang an Fehler eingeräumt und sich als Mensch und fehlbar gezeigt, er wäre noch in Amt und vor allem Würden. Er steht damit ein einer Linie mit Herrn Barschel, der sein Ehrenwort gab, ich wiederhole: Sein Ehrenwort. Und Herrn Daum, dessen Flucht nach vorne und in den Wahrheitsbeweis dann mehr ans Licht brachte, als man darüber wissen wollte. Auch diese Herren hat die vorgegaukelte Unschuld zumindest die Arbeitsplätze gekostet. Und Herr Mixa, der doch die Medien gerne für sich nutzte, hätte doch daraus lernen können. 

Vielleicht aber interessiert er sich nicht für Politik oder Sport.

 

Auch, wenn Kirchenpolitik sich davon nicht wesentlich unterscheidet - was sie sollte - und der sportliche Gedanke auch einem unfehlbaren Bischof gut zu Gesicht stände. Mea culpa ist doch auch innerhalb der Kirche immer wieder gern geäußert, aber man meint es wohl nicht immer so. und wenn man es mal zu meinen hätte, dann ausgerechnet vergißt man es zu sagen.

Wie dumm aber auch.

 

Vor allem wollte er in seiner schönen Bleibe wohnen bleiben (deshalb heißt es ja "Bleibe". Müßte man es verlassen, hieße es wohl "Verlasse".). Aber mit dieser Absicht war er allein auf weiter Flur. Warum aber sollte er ausziehen? Trägt er zumindest auch Schuld? Sexueller Mißbrauch war wohl ein unzutreffender Vorwurf. Und die Schläge gegen Heimkinder hat er ja immerhin nach einiger Zeit zu einem allerdings niedrigen Prozentsatz eingeräumt.

Also wollte er das Feld nicht räumen.

 

Schließlich trägt er nicht die Hauptschuld.

 

Jetzt räumt man also doch auf. Nun hat er aber eingelenkt und die Hauptschuld abgeschlossen. Wer sie genau trägt, ist damit nicht ganz klar. Aber Hauptsache ist, man hat sein Gesicht nicht verloren. So wird man sich an den Herrn Bischof als einen großen, friedfertigen und vor allem ehrlichen Mann erinnern.

Oder doch nicht?

 

Vielleicht hat das Klassenziel doch nicht so ganz erreicht. Wobei: Geht es nach dem Abschluß doch noch weiter? Herr Mixa ist doch versetzt worden.

Man muß nicht so tun, als sei er wohnsitzen geblieben.

 

Wo er doch sogar seinen Wohnsitz verloren hat.

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