Belle GunnessBelle Sorenson Gunness wurde am 11.11.1859 in Norwegen unter dem Namen Bryhild Paulsdatter Støseth als jüngstes von acht Kindern geboren. Überliefert wurde, daß sie 1877 bei einem Tanzabend von einem Mann, von dem sie schwanger war, übel verprügelt und auch in den Bauch getreten wurde und eine Fehlgeburt erlitt. Weil der Täter aus einer einflußreichen Familie stammte, wurde er dafür nie zur Rechenschaft gezogen.

Dieses einschneidende Erlebnis soll ihre Persönlichkeit grundlegend geändert haben.

 

Allerdings starb der Täter kurz danach überraschenderweise an Magenkrebs. Wirklich leid tut er einem nicht; wenn man bedenkt, was er möglicherweise durch seine Schandtat ausgelöst hat.

 

Frau Gunness arbeitete dann drei Jahre auf einem Bauernhof, um sich die Überfahrt nach Amerika zu finanzieren. 1881 übersiedelte sie in die Vereinigten Staaten. Zunächst arbeitete sie als Kellnerin. 1884 heirate sie und eröffnete mit ihrem Ehemann ein Bekleidungsgeschäft in Chicago. Dieses lief schlecht und brannte nach zwei Jahren bis auf die Grundmauern ab. Man vermutet, daß Brandstiftung und ein Wunsch nach Auszahlung einer gößeren Summe durch die Brandversicherung dahinter steckte, denn das Ehepaar brauchte dringend Geld, das sie dann in ein Haus investierte. Dasselbe passierte gleich darauf noch einmal mit dem zweiten Haus, was weitere Versicherungsleistungen nach sich zog.

Just am dem einzigen Tag, als zwei Lebensversicherungen sich zeitlich überlappten, mit denen der Tod des Ehemanns abgesichert war, starb der Unglückliche an einer Strychnin-Vergiftung.

 

Der Notarzt attestierte allerdings eine natürliche Todesursache.

 

Mit dem Geld kaufte sich die Witwe einen Bauernhof in Indiana. Leider starben zwei ihrer insgeamt vier Kinder an Dickdarmverstopfung, wobei die Symptome einer Strychnin-Vergiftung sehr ähnlich waren. Sie heiratete 1902 erneut. Nur eine Woche danach starb eine der vom Ehemann in die Ehe mitgebrachten Töchter, nachdem sie kurz mit Frau Gunness zusammen gewesen war. Kurz danach wurde auch ihr Ehemann durch ein umstürzendes Regal getötet, was ihr erneut eine Lebensversicherungssumme einbrachte. Allerdings konnte Frau Gunness die Behörden davon überzeugen, daß eine Zeugenaussage der anderen Tochter ihres verstorbenen Mannes unwahr war, die angeblich den Mord mit einer Axt gesehen hatte.

Gegenüber den Behörden verneinte die vorlaute Tochter aber dann, jemals solch eine Aussage gemacht zu haben.

 

Was ihr aber für ihr Überleben wenig nützen sollte.

 

1903 wurde Frau Gunness erneut schwanger. Kurz danach verschwand besagte Stieftochter spurlos. Außerdem begann Frau Gunness, immer wieder Anzeigen in die Zeitung zu setzen, in denen eine wohlhabende Witwe wohlhabende Herren suchte. Sie schrieb auch jede Menge süßliche Briefe an Interessenten. Immer wieder tauchten auch Herren mit Bargeld auf, verschwanden dann aber ebenso schnell. Allerdings hatte Frau Gunness noch einen ihr hörigen Angestellten, der ihr geholfen hatte, einige der Herren zu beseitigen. Nach einem Streit gab sie dem Sheriff gegenüber an, der Angestellte wäre geisteskrank.

Er trachte ihr nach dem Leben.

 

Allmählich wurden die Behörden dann doch mißtrauisch.

 

Leider brannte genau in diesem Zeitraum auch ihr komplettes Anwesen bis auf die Grundmauern ab. Man fand neben den drei verbliebenen - nunmehr toten - Kindern eine zierliche Frauenleiche, die man, obwohl sie enthauptet war, für die Leiche von Frau Gunness erklärte. Dies, obwohl einige Nachbarn aussagten, es handele sich nicht um die korpulente Frau Gunness. Auch sollte der Umstand, daß die Leiche nicht nur kopflos war, sondern auch einige Tage vor dem Brand bereits tot gewesen sein mußte wegen Vergiftung, doch zu denken geben.

Hatte sie nicht vorher noch lebendig bei den Ordnungshütern vorgesprochen?

 

Offenbar war man aber nicht kleinlich.

 

Als man dann begann, rein aus Interesse auf dem Grundstück zu graben, fand man noch weitere Leichen im Garten und Haus vergraben. Darunter die vermisste Tochter, neben weiteren Männern und Frauen, die man zum Teil nicht mehr identifizieren konnte. Insgesamt wird die Zahl der Opfer der mörderischen Dame auf über 40 geschätzt. Der scheinbar geisteskranke Angestellte wurde angeklagt, allerdings wegen Geisteskrankheit in eine Anstalt eingewiesen, später aber wegen weiterer Morde in Mittäterschaft mit Frau Gunness dann wieder mangels Geisteskrankheit zu einer lebenslangen Haftsstrafe verurteilt.

 

Immer wieder gab es Zeugen, die Frau Gunness angeblich gesehen hatten. 1931 starb eine verurteilte Mörderin in einem Gefängnis von Los Angeles. Sie nannte sich "Esther Carlson" und hatte ausgerechnet einen norwegischen Einwanderer vergiftet, um an sein Vermögen zu kommen.

Ihr Bild soll dem von Frau Gunness allzu ähnlich sein.

 

Allerdings gab es noch 1935 "Sichtungen", was heute in den USA allein UFOs vorbehalten ist (die es damals aber noch nicht gab).

 

Über Frau Gunness gibt es Bücher, Lieder und Reportagen, sie hat es fast zu einer Art Volksheldin der Folklore gebracht.

Ich konnte nicht umhin, ihre Augen auf meinem Bild ein wenig dämonsich zu gestalten.

Hier ein Bild von ihr, wie sie in Wirklichkeit aussah (oder ist es doch ein Bild von Frau Carlson?): belle gunness

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